Grußwort von Stephan Götzl und Alexander Büchel

Den Mittelstand im Herzen

Im Jahresbericht 2013 des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) schildern Präsident Stephan Götzl und Vorstand Alexander Büchel, wofür sich der Verband einsetzt und welche Herausforderungen damit verbunden sind.


GVB-Präsident Stephan Götzl (li.) und GVB-Vorstand Alexander Büchel.GVB-Präsident Stephan Götzl (li.) und GVB-Vorstand Alexander Büchel.


2,8 Millionen Mitglieder tragen die bayerischen Genossenschaften, von Jahr zu Jahr werden es mehr. Sie stehen als Eigentümer hinter den 1.283 Unternehmen. Sie haben die Besonderheit und die Attraktivität der genossenschaftlichen Rechtsform erkannt. Sie bilden den Motor sowie das Kraftzentrum des bayerischen Mittelstands und damit der gesamten bayerischen Wirtschaft. Unser Auftrag ist es, gegenüber Politik und Behörden für mittelständische Anliegen unserer Mitglieder zu kämpfen. Als „Anwälte des Mittelstands“ wahren wir die Interessen unserer Mitglieder und ihrer Eigentümer, ihrer Kunden und ihrer 53.206 Mitarbeiter.

Wir bündeln als GVB die Stimmen der Genossenschaften und bringen sie zu Gehör. Denn die Anforderungen an Interessenvertretung verändern sich, neue Trends prägen unsere politische Arbeit: Ansprechpartner finden sich zunehmend außerhalb Deutschlands, vor allem in Brüssel und London. Wir bringen unsere Forderungen nicht mehr nur bei Regierungen und Parlamenten ein. Vielmehr müssen wir uns mehr und mehr mit vollziehender Gewalt auf Behörden und Institutionenebene auseinandersetzen – national wie europäisch.

Neue Herausforderungen für die Arbeit des Genossenschaftsverbands Bayern


Der Zeitfaktor spielt inzwischen in der Interessenvertretung eine zunehmend größere Rolle: Die politischen und administrativen Prozesse auf allen Ebenen sind zeitlich straffer gestaltet. Das stellt neue Anforderungen an unsere Zeit-, Analyse- und Organisationsressourcen. Da zum Beispiel die offizielle Übersetzung vieler europäischer Dokumente oft sehr zeitverzögert erfolgt, ist Englisch zwischenzeitlich zur internen „Lese- und Denksprache“ des GVB geworden. Nur so können wir reaktionsschnell bleiben.

Auch inhaltlich stehen wir vor neuen Herausforderungen: Die Themen, mit denen wir konfrontiert sind, werden komplexer und sind oft intensiv miteinander verwoben. So haben wir zwischenzeitlich eine ganze Reihe von Themen auf der Arbeitsagenda, die nicht mehr nur einzelne Gruppen in der Genossenschaftsfamilie betreffen, sondern in ihren Auswirkungen von grundlegender Bedeutung für alle genossenschaftlichen Unternehmen sind.

Für uns gilt es daher, stets neue Netzwerke zu flechten sowie die komplexen politischen Mechanismen zu verstehen und zu nutzen. Damit wird schließlich eine ganz neue Beständigkeit in der Themenverfolgung notwendig: Ersten Gedankengängen in der EU-Kommission folgt ein Gesetzgebungsprozess auf europäischer Ebene. Daran schließt sich die Übertragung in deutsches Recht an, das seine Konkretisierung dann in der Verwaltungspraxis erfährt. Alle Schritte werden von unserer Seite im Sinne der genossenschaftlichen Interessenwahrung intensiv begleitet.

Genossenschaften: Mehr als eine Rechtsform


Im Mittelpunkt unseres Engagements steht eine zentrale Botschaft: Genossenschaften sind mehr als eine Rechtsform. Sie bieten die ideale wirtschaftliche Plattform für die Organisation bürgerschaftlichen Engagements. Wir wollen sichergestellt wissen, dass Genossenschaften ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verantwortung als Unternehmen der regionalen Wirtschaft ohne unnötige Bürokratie nachkommen können. Damit das Herz der bayerischen Wirtschaft stark bleibt.


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