GVB definiert Eckpunkte für eine erfolgreiche Energiewende

09.11.2017

München, 9. November 2017 – Die Monitoring-Kommission für die Energiewende zeigt in ihrem aktuellen Kurzgutachten, dass Deutschland bei der Energiewende in vier von sechs Bereichen seine bis zum Jahr 2020 gesetzten Ziele verfehlen wird. Wenn die Entwicklung wie erwartet verläuft, können die Klimaziele, die eine Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent vorsehen, nicht eingehalten werden. Auch das Energieeffizienzziel, der Netzausbau und die Wirtschaftlichkeit der Energiewende haben ein schlechtes Zeugnis von der Monitoring-Kommission erhalten.

Die EU-Gremien scheinen ebenfalls an der Einhaltung ihrer gesetzten Klimaziele zu zweifeln. Kürzlich hat der EU-Umweltministerrat das Bezugsjahr für das Erreichen der Klimaziele 2030 um sechs Jahre verschoben – von 1999 auf das Jahr 2005. Damit dürften Schätzungen zufolge 400 Millionen Tonnen mehr schädliche Treibhausgase ausgestoßen werden.

Der Fachausschuss Energiegenossenschaften im Genossenschaftsverband Bayern (GVB) nimmt diese Entwicklungen zum Anlass darauf hinzuweisen, dass eine Abschwächung der Vorgaben keine Lösung sein kann, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Ganz im Gegenteil: „Um die langfristigen Ziele zu erreichen, sind große gemeinschaftliche Anstrengungen von Politik, Unternehmen und Bürgern mit einer klaren Fokussierung nötig“, sagt GVB-Vorstandsmitglied Alexander Büchel. Die Energiewende sei eine gesellschaftspolitische Aufgabe. Ein wirksamer Klima- und Umweltschutz sei nur möglich, wenn Strom, Wärme und Verkehr gleichermaßen eingebunden werden und mit Unterstützung aller Technologien Treibhausgasemissionen konsequent reduziert werden. Büchel weiter: „Eine erfolgreiche Energiewende muss gleichermaßen ökologische, ökonomische und technische Zielsetzungen verfolgen.“

Der Fachausschuss Energiegenossenschaften im GVB hat dazu ein Zwölf-Punkte-Papier für eine erfolgreiche Energiewende vorgelegt. Vor allem diese Forderungen heben Bayerns Genossenschaften hervor:

  • Für bestehende Investitionen in bereits genehmigte und in ihrem Planungsstand fortgeschrittene Projekte müssen gesetzliche Vergütungszusagen weiterhin garantiert bleiben (Bestandsschutz).

  • Bei Investitionen in erneuerbare Energien und Energienetze ist auf volkswirtschaftlichen Nutzen und betriebswirtschaftliche Rentabilität zu achten. Daher ist es wichtig, die Produzenten erneuerbarer Energien sukzessive an den Markt heranzuführen (Marktintegration).

  • Neue Technologien müssen gefördert und ihr effizienter, übergreifender Einsatz (Strom, Mobilität, Wärme) ermöglicht werden.