GVB-Politiknewsletter 2/2014

Staatliche Preisregulierung bei Dispokrediten nicht gerechtfertigt

01.04.2014

Die Berliner Regierungsparteien haben sich mit ihrem Koalitionsvertrag gegen eine Deckelung der Zinsen für Überziehungskredite entschieden. Diese Weichenstellung ist ausdrücklich zu begrüßen, denn sie berücksichtigt die ökonomischen Zusammenhänge. Preisobergrenzen treiben einen Keil zwischen Angebot und Nachfrage und beeinträchtigen so die Markteffizienz. Deshalb ist das Recht zur freien Preisgestaltung ein Kernelement unserer Wirtschaftsordnung und der unternehmerischen Freiheit.


Bereits heute gewährleistet der intensive Wettbewerb unter den Banken in Deutschland marktgerechte Zinskonditionen. Bei der Verzinsung von Kontoüberziehungen sind zudem besondere Risikofaktoren einzupreisen. Für diese Blankokredite stehen regelmäßig keine Sicherheiten zur Verfügung. Die Bank trägt damit das volle Ausfallrisiko. Deswegen sind Dispokredite auch in hohem Umfang mit Eigenkapital zu unterlegen. Zudem ist bei Überziehungen, welche den vereinbarten Rahmen überschreiten, ein aufwändiges Risikomanagement erforderlich. Grundsätzlich verursacht die besondere Flexibilität des Dispositionskredits höhere Kosten bei der Bank und rechtfertigt damit eine höhere Verzinsung im Vergleich zu anderen Darlehensarten. Ein staatlicher Eingriff in die Freiheit des Unternehmers zur sachgerechten Kalkulation würde lediglich eine Umverteilung der Kosten auf alle Kunden bewirken.

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