GVB-Politiknewsletter 2/2014

Planungssicherheit in der Wohnimmobilienfinanzierung bewahren

01.04.2014

Im Februar 2014 wurde die EU-Hypothekarkreditrichtlinie verabschiedet. Künftig müssen die Mitgliedsstaaten dafür sorgen, dass festverzinsliche Wohnimmobiliendarlehen auch vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit getilgt werden können. Im Fall einer vorzeitigen Rückzahlung kann eine faire und objektive Entschädigung des Kreditgebers vorgeschrieben werden. Dabei ist eine betragsmäßige oder zeitliche Beschränkung der Ausgleichszahlungen möglich. Die Vorgaben sind binnen zwei Jahren auf nationaler Ebene umzusetzen.


Kunden und Banken finanzieren eine Immobilie häufig langfristig zu festen Zinssätzen. Das schafft für die Vertragspartner Planungssicherheit, schützt vor Zinsänderungsrisiken und trägt damit wesentlich zur Finanzstabilität bei. Wenn der Kunde den Kredit kündigt, weil das Zinsniveau gefallen ist und er günstigere Konditionen nutzen will, muss er dem Kreditgeber den dadurch entstehenden Schaden ersetzen. Sollte dieser Anspruch beschnitten werden, würde die bewährte Langfristkultur in der Immobilienfinanzierung gefährdet. Denn das Risiko einer vorzeitigen Rückzahlung müsste dann künftig in die Kreditkonditionen einfließen. Das würde die Zinssätze für alle Hypothekarkreditnehmer erhöhen.


Um die Stabilität der Immobilienfinanzierung in Deutschland zu erhalten, müssen Bundesregierung und Bundestag bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht dafür Sorge tragen, dass die etablierte und bewährte Vorfälligkeitsentschädigung in ihrer bisherigen Ausgestaltung bestehen bleibt.

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