GVB-Präsident Götzl in der Börsenzeitung

„Bankkredit ist wichtigste Finanzierungsquelle für Mittelstand“

20.04.2015

Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), hat in einem Gastbeitrag für die „Börsenzeitung“ die Bedeutung des Bankkredits für die Mittelstandsfinanzierung hervorgehoben. Zugleich äußerte er sich skeptisch zur geplanten EU-Kapitalmarktunion.

Stephan Götzl in der Börsenzeitung vom 18. April 2015Beitrag in der Börsenzeitung: Stephan Götzl über die Vorteile des Bankkredits.


„Für den Mittelstand ist der Bankkredit nach wie vor die wichtigste externe Finanzierungsquelle“, betont Götzl in dem Beitrag. Der GVB-Präsident bezieht sich dabei auf eine Umfrage der Europäischen Zentralbank, laut der mehr als 60 Prozent der befragten Firmen klassische Bankdarlehen nutzen.

Die Popularität des Bankkredits resultiert nach Götzls Einschätzung aus mehreren Gründen. Unter anderem seien die geringeren Transparenzanforderungen ein wesentlicher Vorzug. Unternehmen müssten bei einem Bankdarlehen - im Vergleich zu einer Unternehmensanleihe - keine wettbewerbsrelevanten Informationen der Öffentlichkeit preisgeben.

Zudem sind Finanzmittel über die Bank zeitlich höchst flexibel einsetzbar, wie Götzl erläutert. „Gerade in kleinen Instituten sind die Entscheidungswege kurz.“ Eine Zusage sei bei Bedarf binnen weniger Tage möglich. Dagegen nehme eine Anleiheemission mehrere Monate in Anspruch - und verursache erhebliche Kosten für Prospekte und Werbung.

Die Pläne zur geplanten EU-Kapitalmarktunion sieht Götzl mit Skepsis. Es müsse den Unternehmen überlassen bleiben, das jeweils passende Finanzierungskonzept zu wählen. Eine einseitige Bevorzugung von Kapitalmarktinstrumenten lehnt Götzl ab. Viel mehr seien weiterhin starke Hausbanken für die Unternehmensfinanzierung erforderlich.  


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