Historische Filme des GVB

Genossenschaften auf Zelluloid

25.05.2016

Seit einigen Jahren lässt der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) historische Filme aus seinem Archiv digitalisieren. Die ersten davon entstanden Anfang der 1940er Jahre und drehen sich rund um das Thema Genossenschaften. Die Macher hatten mit den Filmen aber nicht nur Unterhaltung im Sinn.

Film Der Wahlspruch
Der Film „Der Wahlspruch“ aus den späten 1940er Jahren zeigt, wie Schüler nach genossenschaftlichen Grundsätzen handeln.


Der audiovisuelle Schatz im GVB-Archiv ist beachtlich: Insgesamt 140 Rollen Lehr- und Werbefilme der bayerischen Genossenschaftsorganisation, außerdem mehr als 200 Videokassetten und 430 Tonträger. Die Digitalisierung soll den Gesamtbestand sichern und zugänglich machen. Die 30 bereits überspielten Filme wurden dem Verband vermacht oder sie stammen aus dem Altbestand des ehemaligen Bayerischen Raiffeisen-Volksbanken Verlags, den der GVB übernommen hatte.

Der Film „Der Wahlspruch“ aus den späten 1940er Jahren zeigt, wie Schüler nach genossenschaftlichen Grundsätzen handeln (zum Abspielen bitte auf das Bild klicken).

Die Werke weisen eine historisch bemerkenswerte Bandbreite an Themen auf. Für den Verband waren Filme ein modernes Mittel, um die Mitglieder über genossenschaftliche Themen aufzuklären. Produziert wurden Spielfilme zur Unterhaltung, aber durchaus mit erzieherischen Absichten. Berichten des Raiffeisenblatts - dem früheren Verbandsmagazin des GVB - ist zu entnehmen, dass diese Filme vorwiegend in Lagerhäusern sowie kleinen Gemeinderäumen gezeigt wurden. Der Verband informierte die Raiffeisenkassen über die Filmproduktionen und deren Inhalte und hielt sie an, Vorführungen für die Landbevölkerung zu unterstützen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrieren sich die Filme auf Themen wie den Wiederaufbau der Genossenschaften auf dem Land, Generationenkonflikte, Bildung für Landwirte oder die Technisierung der Landwirtschaft. Sie preisen die Raiffeisentradition als zeitlos an und erheben die  genossenschaftlichen Prinzipien zur Grundlage für den Erhalt und die Entwicklung der Strukturen auf dem Land.

Der Puppenspielfilm nimmt den Zuschauer mit in die Welt der sparsamen Biene Sumsi, dem Maskottchen der Genossenschaftsbanken. (zum Abspielen bitte auf das Bild klicken).

Einige der Filme, die nun digital wieder zur Verfügung stehen, dienten als Schulungsmittel für Mitarbeiter der Verbandsorganisation sowie der einzelnen Kredit- und landwirtschaftlichen Genossenschaften. So wird zum Beispiel die Studentin „Christine“ von der Kamera begleitet, während sie als Praktikantin alle Abläufe einer Genossenschaftsbank kennenlernt. Oft waren die Produktionen in Zusammenarbeit mit den genossenschaftlichen Dachverbänden oder mit der Baywa realisiert worden.

Ständig wurde die Tradition der Raiffeisenbewegung mit ihrer nachhaltigen Wirkung betont. Ein besonderes Augenmerk richteten die Filmproduzenten auf die heranwachsenden Generationen. In kurzen Werbefilmen wurden Familien als idealer Ort hervorgehoben, um schon kleine Kinder zum Sparen anzuhalten. Hinzu kamen Sonderproduktionen, die gezielt für Schulklassen realisiert wurden und in Form von unterhaltsamen Trick- oder Marionettenfilmen weit verbreitet waren. Eine klassische Figur der Raiffeisen-Werbekampagnen der 1960er Jahren findet sich auch in den Filmen wieder: die sparsame Biene Sumsi. Die Filmsammlung wie auch die weitere historische Sammlung des GVB steht für Forschungszwecke auch externen Benutzern zur Verfügung. Sie bietet eine spannende sowie lebhafte Ergänzung zur schriftlichen Überlieferung und den Bibliotheksbeständen.


Video: Studentin Christine lernt die Abläufe in einer Genossenschaftsbank kennen (zum Abspielen bitte auf das Bild klicken).


Was Sie darüber hinaus in den kommenden Wochen erwartet, erfahren Sie in der Bildergalerie unten.