IHK-Präsident Josef Dachs über den KMU-Korrekturfaktor

Kreditversorgung des Mittelstands sicherstellen

04.11.2015

Kredite für kleine und mittlere Unternehmen sollten nicht durch höhere Eigenkapitalanforderungen verknappt und verteuert werden. Dafür spricht sich Josef Dachs, Präsident der IHK Niederbayern, aus. Er fordert deshalb den Erhalt des sogenannten Mittelstandsfaktors.

Josef Dachs
Josef Dachs


Hintergrund dieses Appells: Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und die EU-Kommission sollen den Mittelstandsfaktor auf den Prüfstand stellen. Der IHK-Präsident sieht das skeptisch, da die EBA den Faktor in der Vergangenheit ablehnte. „Zwar zeigt sie sich mittlerweile etwas offener, aber sie unterschätzt weiterhin die Bedeutung von Mittelstandskrediten als Stabilitätsanker für Unternehmen wie für Banken“, argumentiert Dachs in einem Beitrag für „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“.

Kleine und mittlere Unternehmen machen den Großteil der Unternehmen in der Europäischen Union aus. Diesen Betrieben den Zugang zu Krediten zu erleichtern, nütze daher der europäischen Wirtschaft insgesamt, schreibt der niederbayerische IHK-Chef. Zudem stabilisiere es das Finanzsystem, wenn eine Vielzahl von kleineren KMU-Krediten vergeben werde. Dies sei risikoärmer als eine gleich hohe Kreditvergabe an wenige Großunternehmen.

Der Mittelstandsfaktor sei deshalb auch kein Geschenk. „Im Gegenteil: Er erkennt lediglich die stabilisierende Wirkung an, die die größere Streuung der Risiken bei KMU-Krediten für das Geschäft einer Bank hat“, so Dachs. Er spricht sich deshalb nicht nur für den Erhalt des Faktors aus. Der niederbayerische IHK-Präsident plädiert auch dafür, die Obergrenze für die Kreditsumme zu erhöhen, bis zu der der Faktor angewendet werden darf.


Der Gastbeitrag von Josef Dachs ist in der November-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.