Immobilienfinanzierung: Regulatorische Kreditbremse vermeiden

29.06.2016

Die Bundesregierung will die Vergabe von Wohnimmobilien stärker regulieren. Der Ausschuss für Finanzstabilität hat ihr empfohlen, neue makroprudenzielle Instrumente für den Wohnimmobilienmarkt zu schaffen. Danach soll die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei einer Gefährdung der Finanzstabilität in Deutschland künftig besondere Maßnahmen ergreifen können.

Die Vergabe von Wohnimmobilienkrediten könnte etwa durch eine Obergrenze für den Schuldendienst bzw. die Gesamtverschuldung von Schuldnern im Verhältnis zu ihren Einkommen eingeschränkt werden. Des Weiteren soll die BaFin ermächtigt werden, den Zeitraum festlegen zu können, innerhalb dessen ein bestimmter Darlehensanteil beglichen werden muss. Zudem ist ein neuer Rechtsrahmen für die Erhebung von Daten zu Wohnimmobilienkrediten durch die Aufsicht geplant.

Den Empfehlungen des Ausschusses für Finanzstabilität sollte die Bundesregierung nicht voreilig folgen. Denn bei Anwendung der geplanten Maßnahmen droht eine Einschränkung der Kreditvergabemöglichkeiten der Banken. Bereits die Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Deutschland hat die Vergabe von Wohnimmobilienkrediten regulatorisch ohne Not erschwert. Neue Hemmnisse für die Kreditvergabe müssen unbedingt vermieden werden, um den Bürgern den Weg zu Wohneigentum als Grundlage für die Altersvorsorge offenzuhalten. Die Immobilienkreditvergabe darf nicht weiter regulatorisch ausgebremst werden. Es gibt dafür auch keinen Anlass. Die Ausfallquote von Immobilienkrediten liegt bei den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken bei lediglich 0,52 Prozent.