Immobilienkredite: Vorfälligkeitsentschädigung erhalten

30.09.2015


Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie vorgelegt. Der Vorschlag wird derzeit in Bundestag und Bundesrat behandelt und soll bereits im März 2016 in Kraft treten. Der Gesetzesentwurf sieht vor, die Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Kündigung von Darlehen beizubehalten. Kreditinstitute sollen somit auch weiterhin eine angemessene Entschädigung vom Kunden verlangen können, wenn dieser einen Festzinskredit vor Ablauf der vertraglich vereinbarten Laufzeit zurückzahlt.

Der Antritt der Bundesregierung, an dem bewährten Instrument der Vorfälligkeitsentschädigung festzuhalten, ist richtig. Denn Bankkunden wollen Planungssicherheit. Wer heute ein Haus bauen oder eine Wohnung erwerben will, muss langfristig kalkulieren. Das geht nur mit gesicherten Konditionen. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, brauchen Banken eine realistische Planungsbasis bei der Kreditvergabe. Diese haben sie nur dann, wenn sie vorzeitige Kündigungen von Darlehen kostendeckend berücksichtigen können.

Eine Deckelung der Vorfälligkeitsentschädigung, wie sie Verbraucherschutzorganisationen fordern, wäre deshalb der falsche Weg. Denn um Planungssicherheit herzustellen, wären Banken dann gezwungen, Darlehen zu verteuern oder vermehrt kurzfristige Kreditlaufzeiten anzubieten. Die Mehrheit der deutschen Verbraucher entscheidet sich aber seit Jahrzehnten für eine Immobilienfinanzierung mit langfristiger Zinsbindung. Das Umsetzungsgesetz muss dieser Kreditkultur gerecht werden und die Vorfälligkeitsentschädigung im Sinne der Bankkunden erhalten.