Internationaler Genossenschaftstag am 4. Juli

Bayern braucht Bürgerenergie

03.07.2015

Pressemitteilung zum Internationalen Genossenschaftstag am 4. Juli

 

München, 3. Juli 2015 – Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) weist anlässlich des Internationalen Genossenschaftstags am 4. Juli auf die Bedeutung von Genossenschaften für die Energie- und Wärmeversorgung in Bayern hin. „Die bayerischen Energiegenossenschaften mit ihren 31.000 Mitgliedern sind der Motor einer von Bürgern getragenen und dezentralen Energiewende im Freistaat“, betont GVB-Vorstand Alexander Büchel. „Nur mit diesem breiten gesellschaftlichen  Engagement kann der Umbau unserer Energieversorgung gelingen.“

Die Zahl der Energiegenossenschaften ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewachsen. Allein in Bayern entstanden zwischen 2008 und 2014 mehr als 200 der heute rund 260 bayerischen Energiegenossenschaften, die vom GVB unterstützt und begleitet werden. Sie sind in der Energieerzeugung mit Photovoltaikanlagen ebenso aktiv wie in der Energieverteilung, der Nahwärmeversorgung in Ortschaften oder in der Beratung für mehr Energieeffizienz. Vergangenes Jahr erzielten die bayerischen Energiegenossenschaften einen Umsatz von 454 Millionen Euro.

Im Sinne politischer Sensibilisierung hilfreich sind deshalb die jüngsten Äußerungen von Papst Franziskus, der sich vor wenigen Tagen positiv zu den Potenzialen von Energiegenossenschaften geäußert hat. „An einigen Orten werden Kooperativen für die Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt, welche die lokale Selbstversorgung einschließlich des Verkaufs der überschüssigen Produktion ermöglichen“, so das Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Enzyklika „Laudato si“. Dieses Beispiel zeigt laut Pontifex: „Während die existierende Weltordnung sich als unfähig erweist, Verantwortungen zu übernehmen, kann die örtliche Instanz einen Unterschied machen.“

Um die in den vergangenen Jahren aufgebauten dezentralen Strukturen erfolgreich fortzuführen und auszubauen, ist nach Ansicht des GVB weitere Unterstützung durch die Politik erforderlich. „Wir brauchen mehr Planungssicherheit sowie verlässliche Rahmenbedingungen, unter denen auch kleine Akteure weiterhin am Markt bestehen können“, so Büchel.