Jahrespressegespräch 2017

Bayerns Genossenschaften erzielen bestes Ergebnis seit fünf Jahren

12.04.2017

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2016: Die genossenschaftlichen Waren- und Dienstleistungsunternehmen in Bayern können sich über das beste Ergebnis seit fünf Jahren freuen. Das teilte der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) beim Pressegespräch in München mit.

Jahrespressegespräch 2017 der bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften in Bayern mit Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (links) und Alexander Büchel, Vorstand des Genossenschaftsverbands Bayern (rechts)
Jürgen Gros (li.) und Alexander Büchel beim Jahrespressegespräch 2017 der genossenschaftlichen Waren- und Dienstleistungsunternehmen in Bayern.



Die 1.018 Betriebe erwirtschafteten mit ihren rund 18.700 Mitarbeitern in der Summe einen Gewinn von 273,3 Millionen Euro vor Steuern. Dieser lag um 58,7 Millionen Euro und damit 27,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Besonders die gestiegenen Erträge bei Energiegenossenschaften und gewerblichen Genossenschaften im IT-Bereich wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus.

Der Gesamtumsatz nahm leicht um 108,1 Millionen Euro und damit um 0,9 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro ab. Grund dafür sind die Preise für Milch und Agrarerzeugnisse, die im Jahresverlauf teils erheblich unter Druck standen.

Bayerns Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften bereichern die Wirtschaft


„Genossenschaften bereichern die bayerische Wirtschaft“, betonte GVB-Präsident Jürgen Gros bei der Präsentation der Geschäftszahlen. Er wies auf anstehende Veränderungen in einzelnen Branchen hin, die sich auf die Mitgliederbasis des GVB auswirken werden. Ein Beispiel ist die Milchwirtschaft, wo sich Liefergenossenschaften zu größeren Einheiten zusammenschließen werden. Dieser Trend ist auch bei Trocknungsgenossenschaften zu sehen, die Grünfutter produzieren.

Videobeitrag zum Jahrespressegespräch 2017.


Marktveränderungen bieten aber auch Chancen, wie Gros hervorhob: Aus der wachsenden Nachfrage nach regionalen und gentechnikfreien Lebensmitteln entstünden neue Absatzpotenziale für Genossenschaften, die Milchprodukte, Fleisch, Gemüse oder Wein herstellen.

Bayerns Genossenschaften haben hohe Bedeutung für die Landwirtschaft


Besonders betonte der GVB-Präsident den Stellenwert der Genossenschaften in Bayern für den Agrarsektor. „Genossenschaften und Landwirtschaft sind seit jeher eng verbunden“, sagte Gros. Das gelte auch für die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken: Im Kreditgeschäft mit der Landwirtschaft haben die Kreditgenossenschaften ihren Marktanteil in den vergangenen zehn Jahren um sieben Prozentpunkte auf 64 Prozent ausgebaut. „Die Genossenschaftsbanken sind der wichtigste Finanzierungspartner der Landwirte im Freistaat“, stellte Gros klar.

Nachbesserung der Novelle des Genossenschaftsgesetzes notwendig


Beim Pressegespräch bekräftigte der GVB seine Positionen zur kürzlich veröffentlichten Empfehlung des Bundeskartellamts zu den Lieferbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien: „Milcherzeuger sind die Eigentümer der Molkereigenossenschaften. Sie bestimmen, wie die Anlieferung und Abnahme der Milch vertraglich geregelt wird“, sagte GVB-Präsident Gros. Ein Eingriff in diese bewährten Strukturen sei deshalb falsch.

GVB-Vorstand Alexander Büchel forderte zudem, die geplante Novelle des Genossenschaftsgesetzes nachzubessern. Er warnte davor, die Anforderungen an die Pflichtprüfung von Genossenschaften aufzuweichen, wie es im aktuellen Gesetzentwurf vorgesehen ist. Dies höhle den Mitgliederschutz aus und gefährde die Stabilität von Genossenschaften. Der GVB teilt daher die Ansicht des Bundesrats: Dieser hat sich dafür ausgesprochen, von einem Anheben der Schwellenwerte für Pflichtprüfungen abzusehen.



Impressionen vom Jahrespressegespräch 2017