Jahrespressekonferenz 2015

Bayerische Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften wachsen

15.04.2015

Die Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften in Bayern haben 2014 eine solide Geschäftsentwicklung verzeichnet und sind weiter gewachsen. Das gab Alexander Büchel, Vorstand des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), bei der Jahrespressekonferenz bekannt.


Alexander Buechel, Vorstand des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) bei der Jahrespressekonferenz 2015 der bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften
Jahrespressekonferenz: GVB-Vorstand Alexander Büchel gibt die Geschäftszahlen der bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften für das Jahr 2014 bekannt.


Die 750 ländlichen und 213 gewerblichen Genossenschaften sowie die vier Zentralen und 67 Kreditgenossenschaften mit Warengeschäft steigerten ihren Umsatz um 2,7 Prozent auf 12,19 Milliarden Euro. Damit blieben sie auf Wachstumskurs. Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 191,68 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 220,20 Millionen Euro. Grund für den Rückgang sind unter anderem die zum Jahresende hin rückläufigen Margen in der Milchwirtschaft.

Milchgenossenschaften steigern Umsatz

Die 163 Milchgenossenschaften im Freistaat erwirtschafteten 2014 einen Gesamtumsatz von 3,42 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 2,3 Prozent. Davon setzten die 21 genossenschaftlichen Molkereien und Sennereien 2,60 Milliarden Euro um und damit 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Ende der EU-weiten Milchquote am 1. April 2015 wird nach Einschätzung des GVB keine gravierenden Marktverwerfungen verursachen. Die niedrigen Milchpreise wirkten einer starken Überproduktion entgegen, sagte Büchel.

Raiffeisen-Warengeschäft sichert Nahversorgung in Bayern

Im Raiffeisen-Warengeschäft erzielten die genossenschaftlichen Unternehmen 2014 einen Umsatz in Höhe von 1,36 Milliarden Euro (- 3,1 Prozent). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf die marktbedingt gesunkenen Preisen für Getreide sowie Treib- und Schmierstoffe zurückzuführen.

Aktuell sieht der GVB drei Handlungsfelder für den genossenschaftlichen Warenhandel: Das Profil als Dienstleister für die Landwirtschaft weiter schärfen, die Digitalisierung vorantreiben und die Marke Raiffeisen durch einen einheitlicheren Markenauftritt stärken.

Dezentrale Energiewende durch Energiegenossenschaften

Solide verlief die Geschäftsentwicklung für 2014 auch bei den 255 bayerischen Energiegenossenschaften: Die Umsätze nahmen um 1,9 Prozent auf 454 Millionen Euro zu.

Büchel forderte Planungssicherheit seitens der Politik ein. Nur so könnten die Genossenschaften dauerhaft zu einer funktionierenden Energieversorgung im Freistaat beitragen. Zusagen aus der Vergangenheit, auf deren Basis die Energiegenossenschaften investiert haben, müssten eingehalten werden.

Video: Jahrespressekonferenz 2015 (zum Abspielen bitte auf das Bild klicken)


Genossenschaftliche Rechtsform weiter attraktiv

2014 bekam der GVB Zuwachs von 31 neugegründeten Mitgliedern. Davon entstanden 16 im Energiebereich, die weiteren in den Bereichen Marketing und Beratung, Handel sowie Soziales und Kultur. Das zeige, dass die Rechtsform für Gründer weiterhin attraktiv sei, erklärte GVB-Vorstand Büchel.

Handelsgesetzbuch für kleine und mittlere Unternehmen erhalten

Kritisch setzte sich Büchel mit Ansätzen des Londoner International Accounting Standard Board (IASB) auseinander. Demzufolge solle der internationale Rechnungslegungsstandard IFRS in abgewandelter Form auch für kleine und mittelständische Unternehmen gelten. „Einer schleichenden Ausweitung der IFRS-Rechnungslegung im deutschen Mittelstand muss frühzeitig entgegengewirkt werden“, stellte der GVB-Vorstand klar. Der kapitalmarktorientierte IFRS-Standard biete keinerlei Vorteile für kleine und mittlere Unternehmen, die bisher in der Regel die Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) anwenden. Zudem seien auch nicht die Besonderheiten von Rechtsformen wie der Genossenschaft berücksichtigt. Damit seien „die genossenschaftliche Bilanzierungswelt und letztlich die genossenschaftlichen Geschäftsmodelle bedroht“. Büchel sprach sich dafür aus, weiterhin am bewährten HGB-Standard festzuhalten.


Impressionen von der Jahrespressekonferenz