Jahrespressekonferenz 2016

Bayerns Genossenschaften entwickeln sich stabil

13.04.2016

Bei Bayerns Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften haben sich die Geschäfte 2015 insgesamt stabil entwickelt. Das gab der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) bei der Jahrespressekonferenz in München bekannt.


Alexander Büchel (li.) und Jürgen Gros bei der Jahrespressekonferenz 2016 der bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften
Die GVB-Vorstände Alexander Büchel (li.) und Jürgen Gros stellen die Geschäftszahlen der bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften vor.



Die 752 ländlichen und 217 gewerblichen Genossenschaften sowie der 62 Kreditgenossenschaften mit Warengeschäft im Freistaat erwirtschafteten zusammen einen Gesamtumsatz von 12,0 Milliarden Euro. Das entspricht einem leichten Rückgang von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr von 12,2 Milliarden Euro. Dieser ist vor allem auf die preisbedingte Abnahme der Umsätze in der Milchwirtschaft um 12,9 Prozent und im Raiffeisen-Warengeschäft in Höhe von 5,7 Prozent zurückzuführen. Dagegen weiteten die bayerischen Handels- und Handwerksgenossenschaften ihre Erlöse um 4,8 Prozent beziehungsweise 7,9 Prozent aus.

Beim Ergebnis konnten die Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften zulegen: Vor Steuern verdienten sie 214,6 Millionen Euro. Das ist 11,9 Prozent mehr als im Jahr 2014. Außerdem wurden im vergangenen Jahr 22 Genossenschaften neu gegründet. Diese sind unter anderem in den Bereichen Energie, Marketing und Beratung, Handel, Soziales und Gesundheitswesen tätig. 


„Besorgniserregende“ Situation auf dem Milchmarkt


Mit Blick auf den Milchmarkt sprach GVB-Vorstand Büchel bei der Vorlage der Geschäftszahlen von einer „besorgniserregenden“ Situation. Jedoch lehnt der Verband einen erneuten staatlichen Eingriff in die Produktionsmengen nach dem Quoten-Ende vor gut einem Jahr ab. Der Verband spricht sich stattdessen dafür aus, Mechanismen zur Absicherung der Margen der bäuerlichen Betriebe zu entwickeln. „Die größte Herausforderung für die Milchwirtschaft wird die zunehmende Volatilität der Marktgegebenheiten sein“, so Büchel.

Video: Die Jahrespressekonferenz 2016 in der Zusammenfassung (zum Abspielen bitte auf das Bild klicken).


„Pionieren der Bürgerenergie nicht die Grundlage nehmen“


Beim Thema Energiewirtschaft warnte GVB-Vorstand Gros davor, die in den letzten Jahren gewachsene Akteursvielfalt und Dezentralität aufs Spiel zu setzen. Er plädierte dafür, diese Strukturen zu erhalten, die auch von den 264 Energiegenossenschaften in Bayern getragen werden. „Es wäre gesellschaftlich fatal, den Pionieren der Bürgerenergie durch rückwirkende Gesetzesänderungen die Grundlage zu nehmen“, so Gros. Die vom Gesetzgeber in der Vergangenheit gegebenen Vergütungszusagen für die von Genossenschaften betriebenen erneuerbaren Energieanlagen müssten eingehalten werden: „Der Bestandsschutz bleibt die Grundvoraussetzung für das Vertrauen von Bürgern, Unternehmen und Investoren in das politische Projekt der regenerativen Energien." Gros erinnerte an den Bestandsschutz für Altanlagen, der für die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Berliner Koalitionsvertrag zugesagt wurde. „Daran muss sich die Politik jetzt auch konsequent halten“, so der GVB-Vorstand.


Impressionen der Jahrespressekonferenz