Kaminkehrer in der Rechtsform eG

Die schwarzen Genossen

27.12.2013

Schornsteinfeger profitieren, wenn sie sich in Genossenschaften organisieren. Das wissen auch die Mitglieder der Bayerischen-Kaminkehrer-Genossenschaft aus Freystadt in der Oberpfalz. Warum das so ist, erklärt Vorstand und Bezirksschornsteinfeger Alfred Köbler. Und er verrät, warum Kaminkehrer besonders um den Jahreswechsel gern gesehene Glücksbringer sind.




Ein Kaminkehrer legt seine Arbeitsmontur an.



Herr Köbler, was sind denn die Aufgaben Ihrer Genossenschaft?


Alfred Köbler: Eine wesentliche Aufgabe ist, dass wir Geräte für unsere Mitglieder bereitstellen. Diese werden gemeinsam über die Genossenschaft gekauft und an die Kollegen verliehen. Außerdem erbringen wir Dienstleistungen für unsere Kaminkehrer, zum Beispiel wenn jemand wegen Krankheit ausfällt. Dann vermitteln wir einen Kollegen zur Aushilfe.
Und es ist so, dass einige unserer Mitglieder Kleinmengen an Brennstoff an ihre Kunden ausliefern. Hierfür kaufen wir das Material gebündelt ein.


Welche Vorteile entstehen daraus für das Mitglied?

Köbler: Unsere Mitglieder können Werkzeuge nutzen, deren Anschaffung sich für sie alleine nicht rentieren würde, zum Beispiel für Feinstaubmessungen oder Thermografie mit der Wärmebildkamera. Der Einzelne spart sich dadurch natürlich Kosten.
Zudem haben unsere Mitglieder untereinander ein Netzwerk an Spezialisten zur Verfügung. Beim Beispiel der Wärmebildkamera haben wir einen besonderen Fachmann. Wenn jetzt ein Kollege von einem Kunden nach einer Wärmebildmessung gefragt wird, vermitteln wir unseren Experten weiter. So können unsere Kaminkehrer den Kunden ein breites Spektrum an Dienstleistungen bieten.


Eine Frage noch zum Jahreswechsel, Herr Köbler: Woher kommt es denn, dass Schornsteinfeger als Glücksbringer gelten?

Köbler: Da gibt es verschiedene Theorien: Die naheliegendste ist, dass Kamine früher eine Gefahrenquelle waren und das Reinigen daher wichtig war, um Rußbrand zu verhindern. Wenn der Schornsteinfeger kam und den Kamin sauber gemacht hat, wusste der Hausbesitzer, dass diese Gefahrenquelle beseitigt ist.