Katharina Mau

Serie „Deine Altersvorsorge“

27.09.2019

In einer sechsteiligen Serie macht sich Katharina Mau die Autorin daran, einer jungen Leserschaft das Thema Altersvorsorge schmackhaft zu machen. Sie empfiehlt, das Wort, das mit Alter und Sorge negativ besetzt ist, einfach als Alterswohlstand zu sehen. Sie zeigt in ihrer Artikelserie auf, wie wichtig es ist, früh mit dem Sparen anzufangen – auch wenn es monatlich nur kleine Summen seien.

Was sind die Chancen und Risiken, wenn man sein Geld für die Altersvorsorge in Aktien anlegt und auf was muss derjenige achten, der mit dem Kauf einer Immobilie für das Alter vorsorgen will? Was ist eine Immobilienblase und was hat sie mit der Finanzkrise 2008 zu tun? Selbst für junge Menschen, die eigentlich gar kein Geld übrig haben, hat sie einen Vorsorge-Tipp: Mithilfe eines strengen Haushaltsplans könne man vielleicht doch wenigstens 25 Euro in einen monatlichen ETF-Sparplan investieren. Übergreifend erklärt Mau, wie das System mit der klassischen Rente funktioniert. Und sie stellt Expertenmeinungen vor, wie eine Reform des Rentensystems in Deutschland aussehen könnte: Dazu gehöre das Konzept der Grundrente und Ideen, wie man die zusätzliche private Vorsorge vereinfachen könnte.

Die Jury ist sich einig darin, dass Katharina Mau erfrischend an das sperrige Thema Altersvorsorge herangegangen ist. Sie hat simpel, logisch und einfach in einer schönen Sprache erklärt, was hinter Renten, Riester, Rürup und Immobilienblasen steckt. Besonders fallen die jugendaffinen Bilder- und Vergleiche auf, die nie gekünstelt wirken, und massiv zu dieser Verständlichkeit beitragen. Der Jury hat imponiert, dass sie ganz ohne erhobenen Zeigefinger und auf Augenhöhe schreibt. Dabei scheut sie sich auch nicht, die ganz einfachen Fragen zu stellen, wie zum Beispiel „Was ist eine Aktie?“ „Die Autorin trifft damit genau ihre Zielgruppe. Sie nutzt gekonnt sogenannte Framing-Effekte, um ihre Botschaft zu setzen. Auch ihre psychologische Herangehensweise ist bemerkenswert, die Altersvorsorge als etwas Positives zu sehen und als Richtschnur immer die Frage zu stellen: Wie überliste ich mich selbst, was für mein Alter zu tun? Nicht nur dieser Dreh macht die Serie preiswürdig, sondern auch ein Podcast und zahlreiche weiterführende Links zu Apps und Webseiten, die speziell für junge Menschen entwickelt wurden.“, so das Jury-Urteil.

Fragen an die Preisträgerin Kathrina Mau

Katharina Mau

Wie sind Sie auf die Idee für die Serie gekommen?

Katharina Mau: In der Redaktion von Krautreporter gab es schon länger den Wunsch, etwas zum Thema Altersvorsorge zu machen. Das Thema ist so wichtig, aber viele Menschen beschäftigen sich nicht damit, weil es ihnen weit weg erscheint. Altersvorsorge macht vielen Angst, weil sie eigentlich nicht ans Alter denken wollen und weil das Thema so komplex ist. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich das Thema im Praktikum übernehmen konnte.

Mit welchen Herausforderungen waren Sie bei der Recherche des Themas konfrontiert?

Mau: Einerseits hatte ich mich vorher nicht intensiv mit Altersvorsorge beschäftigt und musste mich erst einmal selbst einarbeiten. Klar, das ist mein Job als Journalistin – aber ich hatte davor noch keine Serie geschrieben, die ein Thema sehr tiefgehend beleuchtet. Eine Herausforderung war, das Thema so zu bearbeiten, dass die Artikel gleichzeitig detailliert und gut verständlich sind. Ich habe mich bemüht, die Serie für Menschen zu schreiben, die bei dem Wort „Altersvorsorge“ eher zurückschrecken.

Worin lag Ihr Erkenntnisgewinn?

Mau: Vor der Recherche war mir nicht klar, wie einfach und relativ sicher man in Aktienfonds investieren kann, wenn man genug Zeit hat und den richtigen Fonds wählt. Außerdem hatte ich interessante Erkenntnisse aus den Zuschriften der Krautreporter-Mitglieder. Bei Krautreporter können die Leser*innen Fragen stellen und dadurch die Recherche beeinflussen. Ich war erstaunt, dass für viele das Thema Immobilien im Zusammenhang mit der Altersvorsorge sehr wichtig war. Außerdem haben mir manche geschrieben, dass sie schon relativ alt sind, also kurz vor der Rente, und gefragt, was sie jetzt noch tun können. Das hat zwar meine These bestätigt, dass viele sich nicht rechtzeitig mit dem Thema beschäftigen, aber es hat mich auch betroffen gemacht.