Keine Deckelung von Dispozinsen

„Der Markt funktioniert“

25.09.2015

Soll der Gesetzgeber die Höhe von Dispozinsen festlegen? GVB-Vorstand Jürgen Gros spricht sich im Interview klar dagegen aus.


Herr Dr. Gros, der Bundesrat fordert eine Deckelung der sogenannten Dispozinsen. Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken haben dafür kein Verständnis. Warum?

Jürgen Gros: Wir brauchen keine gesetzlich diktierten Preisgrenzen. Der Markt funktioniert. Die Kunden können in Deutschland unter einer Vielzahl von Angeboten das für sie optimale Kontomodell wählen. Dabei gewährleistet der intensive Wettbewerb im Privatkundengeschäft marktgerechte Konditionen. Man kann das daran erkennen, dass die durchschnittlichen Dispozinsen in den vergangenen Jahren gesunken sind. Das sind eindeutige Belege, die gegen staatliche Eingriffe sprechen. Zumal ein Zinsdeckel mit einem staatlich reduzierten Satz falsche Anreize bei Kunden setzen könnte.

Dispozinsen fallen in der Regel höher aus als Zinsen von anderen Kreditarten. Woran liegt das?

Jürgen Gros: Dispositionskredite bereitzustellen ist für die Banken teuer und mit einem erhöhten Risiko verbunden. Das liegt daran, dass Dispokredite unbesichert sind und deshalb im Vergleich zu anderen Formen von Darlehen höhere Refinanzierungskosten für die Bank aufweisen. Das spiegelt sich naturgemäß in einem höheren Zinssatz wider.

Was empfehlen Sie also Verbrauchern?

Jürgen Gros: Dispositionskredite sind als flexible und vorübergehende Zwischenfinanzierung für kurze Zeit gedacht. Sie sollen nicht die Regel, sondern die Ausnahme sein. Kunden, die eine längerfristige Finanzierung  benötigen, sollten dafür besser andere Konsumentenkredite nutzen. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken halten entsprechende Angebote bereit.



Pressemitteillung:
GVB wendet sich gegen gesetzlich diktierte Zinssätze