Klinik-Kompetenz-Bayern gegen multiresistente Keime

Gemeinsam gut aufgestellt

26.06.2015

Multiresistente Keime, demografischer Wandel, Krankenhausreform: Kliniken im Freistaat stehen vor vielen Herausforderungen. Die Klinik-Kompetenz-Bayern eG hilft ihren Mitgliedern dabei, Lösungen zu finden.

Klinik, Krankenhaus. Foto: JMG / pixelio.de
Um multiresistenten Keimen in Krankenhäusern vorzubeugen, unterstützt die Klinik-Kompetenz-Bayern eG ihre Mitgliedseinrichtungen. Foto: JMG / pixelio.de


Gibt es in deutschen Kliniken ein Hygieneproblem? Anfang des Jahres geriet das Universitätsklinikum Schleswig-­Holstein in die Schlagzeilen, nachdem sich dort laut Zeitungsberichten zwölf Personen mit multiresistenten Erregern (MRE) infiziert hatten.

Dass dies kein Einzelfall ist, bestätigt das Bundesgesundheitsministerium. Die Behörde spricht von jährlich bis zu 600.000 behandlungsassoziierten Infektionen sowie von bis zu 15.000 Todesfällen. Zur Bekämpfung des Problems hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) jüngst einen Zehn-Punkte-Plan zur Verbesserung der Hygiene in den Krankenhäusern vorgestellt.

Multiresistente Keime: Kein Schwarzer Peter für Kliniken

Den Schwarzen Peter sehen die Vertreter der Krankenhäuser jedoch nicht bei sich. „Ich würde nicht von einem Hygieneproblem reden“, meint Josef Götz, Gründungsmitglied und Vorstand der Klinik-Kompetenz­-Bayern eG (KKB). Die Genossenschaft vereint 30 Träger mit 62 kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken im Freistaat. Selbstverständlich stünden die Krankenhäuser in der Pflicht.

Für die Verantwortlichen der Klinik­-Kompetenz-­Bayern ist die Verbesserung der Hygiene in ihren Häusern nicht erst seit dem Zehn-­Punkte­-Plan ein Thema. „Unsere Projektgruppe Hygiene war eine der ersten Aktivitäten, die wir nach der Gründung vor vier Jahren gestartet haben“, erklärt Götz. An dieser Stelle zeigten sich die Vorteile einer Genossenschaft, da jede Mitgliedsklinik von den Erfahrungen und Strategien der anderen Häuser profitieren konnte.

„Zunächst kam der Know­-how-Transfer durch den fachlichen Austausch unserer Hygiene­-Spezialisten. Im zweiten Schritt haben wir fachliche Weiterbildungsprogramme für Pflegekräfte und Ärzte entwickelt, die in entsprechenden Seminaren vermittelt werden. Mehrere Hundert Mitarbeiter haben diesen Kurs bereits durchlaufen“, erläutert Götz.

Versorgung der ländlichen Gebiete sichern

Neben dem Erfahrungsaustausch und der Zusammenarbeit im Bereich der Hygiene hat die Mitgliedschaft in der Genossenschaft weitere Vorteile. So gehen die Mitglieder auch Themen wie den demografischen Wandel gemeinsam an: „Eine älter werdende Gesellschaft benötigt ein angepasstes Versorgungsangebot“, erklärt Götz. Deswegen arbeitet die Genossenschaft an Maßnahmen, um der absehbar steigenden Anzahl an versorgungsbedürftigen Patienten gerecht zu werden.

Kritisch ist die Situation vor allem in den ländlichen Gebieten. Hier hat es sich die KKB zum Ziel gesetzt, die flächendeckende Versorgung mit Kliniken aufrechtzuerhalten. Laut Götz seien diese ein wichtiger Partner für die niedergelassenen Haus- ­und Fachärzte. „Fallen die Krankenhäuser weg, wird es auch schwierig, neue Ärzte anzulocken. Oft springen die Krankenhausträger in die Bresche und integrieren die Grundversorgung in ihre Häuser.“ Deshalb setzt sich die Genossenschaft dafür ein, dass in den von der Bevölkerungsentwicklung besonders betroffenen Regionen genügend Möglichkeiten der ärztlichen Versorgung bereitstehen.

Erfolg versprechendes Modell

Als Anwalt für die Belange der Mitglie­der sowie als Partner für die Beteiligten im Gesundheitswesen hat sich die KKB mittlerweile fest etabliert. „Innerhalb von vier Jahren sind wir von zehn Gründungsmitgliedern mit 25 Kliniken auf 30 Träger mit 62 Kliniken gewachsen“, erklärt Götz. Das Genossenschaftsmodell erachtet er als sehr Erfolg versprechend, da „alle Mitglieder gleichberechtigt sind und sich somit auf einer Augenhöhe begegnen. Dass jeder Träger selbst in der Verant­wortung ist, trägt einen entscheidenden Teil zum Erfolg der KKB bei“.