Kulturnetz Regensburg eG

Plattform für Kreativschaffende

18.06.2014

Die Kulturnetz Regensburg eG will in der Domstadt die Kulturszene vereinen und fördern.

Die Vorstände der Kulturnetz Regensburg (von links): Norbert Wirner, Katharina Brunner und Wolf Beier.Die Vorstände der Kulturnetz Regensburg (von links): Norbert Wirner, Katharina Brunner und Wolf Beier.


„Vereine gibt es schon genug“, sagten sich zehn Bürger aus Regensburg und Umgebung und gründeten stattdessen lieber eine Kulturgenossenschaft. Den Anstoß gab die oberpfälzische Bezirkshauptstadt mit ihrem Beschluss von 2009, einen Kulturentwicklungsplan aufzustellen. Dieser sollte Schwerpunkte für die Kulturpolitik der nächsten Jahre setzen.

„Leider war es nicht mehr als ein Impuls. Momentan liegt das Projekt brach“, sagt Katharina Brunner, Vorstand der Genossenschaft. Sie und weitere Interessierte haben daher beschlossen, die Kulturentwicklung selbst voranzutreiben. Mit Gleichgesinnten aus unterschiedlichsten Bereichen, von Kunst über Werbung bis hin zum Ingenieurwesen, gründete sie im Herbst 2013 die Kulturnetz Regensburg eG.

Die Kulturnetzwerk Regensburg eG ist Dienstleister für die Kreativschaffenden

Die Kulturnetz Regensburg will die vielen Kulturarbeiter der Stadt und der Region untereinander und mit dem Publikum zusammenbringen. Sie ist kein Anbieter von Kultur, sondern Dienstleister für diese. „Wir sind eine Plattform für Vernetzung und Kommunikation“, so Brunner. Darüber hinaus will sich die Genossenschaft für mehr Transparenz in der Kulturpolitik und mehr Bürgerbeteiligung einsetzen. Die Wertschätzung gegenüber der kulturellen Arbeit soll gesteigert werden.

Den Anfang machten Brunner und ihre Kollegen selbst, indem sie sich für den Aufbau einer wirtschaftlich arbeitenden Genossenschaft und nicht für eine rein ehrenamtliche Initiative entschieden. „Wir wollen dafür sensibilisieren, dass die Kulturarbeiter nur überleben, wenn ihr Schaffen honoriert wird“, so Brunner.

Projekte der Kulturnetzwerk Regensburg eG: Von der KulturMap...

Die Kulturnetz Regensburg spricht aber nicht nur Künstler an. Organisationen wie der Kunstverein Graz in Regensburg, Musikgruppen oder auch Vereine für Esskultur sollen von der Genossenschaft profitieren. Die Kulturschaffenden können sich zum Beispiel in der KulturMap eintragen lassen, die derzeit erstellt wird. Auf dieser Onlineplattform können Bürger gefiltert nach Tag, Veranstaltungsart und Ort suchen, was in Regensburg und vor allem in der Umgebung geboten wird. Für kurz bevorstehende Veranstaltungen könnten Kulturschaffende zusätzlich im KulturStream werben, einer einmal pro Woche ausgestrahlten Kultursendung im Onlineradio.

Damit die KulturMap immer auf dem aktuellsten Stand ist, will die Genossenschaft einen KulturScout einstellen. Dieser tritt regelmäßig mit der Szene in Kontakt und hält Ausschau nach neuen kulturellen Höhepunkten.

... bis zur KulturLoge

Um neuen Initiativen eine Chance zu geben, ist eine Crowdfundingplattform geplant. Über die sogenannte KulturKollekte können vielversprechende Projekte finanziert werden. Auf der anderen Seite soll aber auch jeder in den Genuss von Veranstaltungen kommen: Über die KulturLoge sollen diejenigen kostenfreie Restkarten erhalten, die sich keine Tickets leisten können.

Abgesehen von diesen konkreten Projekten will die Kulturnetz Regensburg ihre Mitglieder vergünstigt zu Geschäftsplänen, Marketing, Veranstaltungsorganisation oder Förderanträgen beraten und regelmäßige „Kennenlernabende“ für die Aktiven der Kulturszene organisieren. Mit der Mitgliedschaft gewinnen Kulturschaffende somit eine Plattform für Vernetzung, Kommunikation und Werbung, Finanzierung und Beratung.

Selbst in der Schweiz und in Australien wurden Anteile gezeichnet. „Kulturgenosse kann jeder werden: Sei es, dass man in dem Bereich aktiv ist, einfach nur vom Kulturangebot profitieren will oder Unterstützer der Idee ist“, so Brunner. „Dabei verlangen wir keinen Vereinsbeitrag, den man nie zurückbekommt, sondern bieten eine Investitionsform.“