Lehmbau Manufaktur eG

Selbsthilfe in schwierigen Zeiten

05.01.2016

Die Augsburger Sozialgenossenschaft Lehmbau Manufaktur gibt Menschen mit psychischen Problemen Arbeit und Hoffnung.

Die Lehmbau Manufaktur eG mit Sitz in Augsburg. Zum Backen von Brot und Pizza: Die Lehmöfen der Lehmbau Manufaktur.

Der Trend setzt sich fort: Seit vielen Jahren leiden immer mehr Personen an psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Manchmal müssen Betroffene ihren Job komplett aufgeben und sich in Behandlung begeben. Anschließend ist die Rückkehr in den Beruf nicht immer einfach. Seit November 2014 gibt es für diese Menschen einen neuen Anlaufpunkt in Augsburg: Die Lehmbau Manufaktur gemeinnützige eG.

Zweck der Genossenschaft ist es, Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zusammenzubringen, indem sie gemeinschaftlich Schlaginstrumente oder Öfen aus Lehm herstellen. „Unsere Mitarbeiter haben Lust, etwas zu erschaffen“, sagt die Vorstandsvorsitzende und Mitinitiatorin Maria Boge-Diecker. Sie hat die Genossenschaft zusammen mit elf weiteren Personen gegründet.

Bei der Lehmbau Manufaktur können die Mitarbeiter Verantwortung übernehmen. Sie entscheiden individuell, welche Aufgaben sie angehen und welche Fähigkeiten sie damit trainieren möchten. Als Lohn gibt es dafür bislang monatlich bis zu 450 Euro. Derzeit arbeiten acht Personen bei der Lehmbau Manufaktur.

Die Lehmbau Manufaktur wurde als Sozialgenossenschaft gegründet. Besonderes Merkmal dieser Form der eG ist die bürgerschaftliche Selbsthilfe vor einem sozialen Hintergrund. Deshalb werden Sozialgenossenschaften vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration mit einer Anschubfinanzierung von bis zu 30.000 Euro unterstützt. Die Entscheidung für diese Form der Genossenschaft hatte für die Lehmbau Manufaktur aber noch weitere Gründe: „Wir beteiligen die Menschen, die bei uns arbeiten, an der eG“, sagt Vorstand Harald Malcher. Da jeder Mitarbeiter auch Mitglied ist, kann er mitentscheiden, wie sich das Unternehmen weiter entwickeln soll. „Für unser Anliegen ist die eG einfach eine tolle Rechtsform“, sagt Boge-Diecker.

Und noch ein Aspekt der Genossenschaft spielt bei der Lehmbau Manufaktur eine wichtige Rolle: das Sinn stiften. Die Mitarbeiter sehen, wie sie selbstständig ein eigenes Produkt erschaffen. Mit Unterstützung der Genossenschaft können die Mitarbeiter wieder in ihrem Leben Fuß fassen. Das hilft ihnen, wenn sie auf dem regulären Arbeitsmarkt eine Stelle finden wollen. Doch auch die Lehmbau Manufaktur freut sich über Unterstützung: „Bei uns sind Spenden, aber auch Mitgliedschaften sehr willkommen, weil nur viele Mitglieder zusammen eine Genossenschaft stark machen“, sagt Boge-Diecker.

Der vollständige Artikel ist in der Januar-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.