Mangelnde Investitionsbereitschaft

Götzl fordert steuerliche Anreize für mittelständische Unternehmen

07.01.2015

Angesichts der seit Jahren anhaltenden Zurückhaltung der Unternehmen fordert GVB-Präsident Stephan Götzl bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen in Deutschland. Er spricht sich für die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung und den Abbau der Kalten Progression aus.

GroßkranMittelständische Industrieanlage: GVB-Präsident Stephan Götzl fordert besseres Investitionsklima.


„Wir brauchen dringend ein besseres Investitionsklima", sagt Götzl. Die Kauflaune sei gut, der Arbeitsmarkt boome und trotzdem halte sich die Betriebe mit Ausgaben für neue Maschinen oder Anlagen zurück. Die Politik müsse aktiv werden, um private Investitionen gezielt zu fördern. Götzl: „Wer heute nicht investiert, dem drohen morgen Einbußen bei Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit.“

Um Investitionsanreize zu setzen, tritt der GVB-Präsident dafür ein, die degressive Abschreibung wieder einzuführen. Außerdem verlangt Götzl einen dauerhaften Abbau der kalten Progression, die den Personengesellschaften zu schaffen macht. Die Belastungen des Staatshaushalts durch diese Maßnahmen halten sich nach Einschätzung Götzls mittelfristig in Grenzen: „Errichtet ein Unternehmen eine neue Werkshalle in Deutschland, ergeben sich daraus in Zukunft automatisch höhere Steuereinnahmen.“

Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken stehen bereit, um den Mittelstand im Freistaat bei zusätzlichen Investitionen zu begleiten, wie Götzl betont. Die Kreditgenossenschaften haben bereits in den vergangenen Jahren ihr an Firmenkunden ausgereichtes Kreditvolumen auf 39 Mrd. Euro (Stand: 3. Quartal 2014) ausgeweitet. „Wir haben die Mittel und das Knowhow, um die bayerische Wirtschaft mit zusätzlichen Krediten zu versorgen“, sagt Götzl. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Kreditvergabe nicht durch weitere Regulierungsschritte erschwert wird. 

Firmenkundenkredite der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Mrd. Euro (Stand: 3. Quartal 2014)


Die Investitionszurückhaltung der Privatwirtschaft in Deutschland ist eklatant: Die Investitionsquote sinkt in der Tendenz seit Jahren und liegt unter der von anderen Industrieländern wie Frankreich. Nach letztverfügbaren Angaben von Eurostat beliefen sich die Bruttoanlageinvestitionen 2013  auf 19,8 Prozent des BIP. Nach Abzug der Abschreibungen liegen die Anlageinvestitionen der deutschen Unternehmen damit nur knapp über der Nulllinie.