Markus Ferber über AnaCredit

„Ein Projekt, das man am besten gleich wieder einstellen sollte“

09.11.2015

Viel Aufwand, wenig Nutzen, Bedenken wegen Datenschutz: Der bayerische Europaabgeordnete Markus Ferber stellt die von der EZB geplante Kreditdatenbank AnaCredit infrage.

Markus FerberMarkus Ferber erklärt, warum er Bedenken bei der geplanten Kreditdatenbank AnaCredit hat.


„Bei der Kreditdatenbank AnaCredit frage ich mich, ob sich irgendjemand bei der EZB Gedanken über die Frage der Verhältnismäßigkeit gemacht hat“, sagte Ferber im Interview mit „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“. Das geplante Kreditregister sei mit einem „ganz erheblichen Meldeaufwand verbunden“, dem kein entsprechender Nutzen gegenüberstehe. Große Bedenken hegt er auch hinsichtlich des Datenschutzes und ob dieser ausreichend gewährleistet werden kann.

Vor diesem Hintergrund äußert sich Ferber im Bezug auf die Kreditdatenbank unmissverständlich: Er halte AnaCredit „für ein Projekt, das man am besten gleich wieder einstellen“ solle. Sollte das Vorhaben aber dennoch umgesetzt werden, fordert er von der EZB, die Meldeschwellen anzuheben, ab denen die Kreditdaten übermittelt werden müssen. Außerdem, so der CSU-Politiker, solle man „die Meldepflichten so ausgestalten, dass sie automatisch und ohne großen Mehraufwand erfüllt werden können“.


Das Interview ist in der November-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.


Weitere Informationen

Finanzpolitische Positionen von Markus Ferber