Mittelstand bei Pensionsverpflichtungen entlasten

14.10.2015

München, 15. Oktober 2015 – Die Niedrigzinsphase schlägt zunehmend auch auf die mittelständische Wirtschaft durch. Davor warnt Alexander Büchel, Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), anlässlich der Beratungen im Bundestag zur Umsetzung der EU-Mobilitätsrichtlinie. Ursache dafür sind Pensionsverpflichtungen in Höhe von rund 24 Milliarden Euro, die kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) eingegangen sind. Sinken die Zinsen, bedeutet das für die Unternehmen steigende Kosten. Denn je geringer der erzielbare Zinsertrag, desto höhere Beträge müssen die Betriebe zur Seite legen, um ihre Pensionsverpflichtungen in Zukunft erfüllen zu können.

„Für die Unternehmen ist diese Entwicklung von großer Tragweite“, gibt Büchel zu bedenken. Sie müssen gemäß Handelsrecht mit einem Durchschnittszins der vergangenen sieben Jahre kalkulieren. Dieser lag zum Jahresabschluss 2014 bei rund 4,5 Prozent. Nun fallen jedoch Jahre mit einem hohen Zinsniveau aus dem Siebenjahres-Durchschnitt heraus. Bei anhaltender Niedrigzinsphase ist ein Rückgang auf unter 3 Prozent zu erwarten. „Das wird den gesamten deutschen Mittelstand belasten“, so Büchel angesichts einer vom DIHK vorhergesagten Deckungslücke von 4 Milliarden Euro. „Muss dieser Betrag aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden, fehlt den Unternehmen Spielraum für Investitionen.“

GVB-Vorstand Büchel fordert die Politik angesichts dieser Entwicklung dazu auf, den Mittelstand zu unterstützen. Der Bundesrat hat bereits reagiert: In seiner Stellungnahme zur Umsetzung der EU-Mobilitätsrichtlinie fordert er eine Entlastung der Betriebe. Vorgeschlagen wird unter anderem, den Rechnungszins über einen längeren Zeitraum zu ermitteln. „Praxistaugliche Vorschläge liegen auf dem Tisch. Die gilt es, im Deutschen Bundestag aufzugreifen“, so Büchel.