Mittelstandsfinanzierung durch Banken langfristig sichern

02.01.2014

Der Bankkredit ist für mittelständische Unternehmen das wichtigste externe Instrument zur Finanzierung von Investitionen. Dies hat auch die Koalitionsregierung erkannt und will deswegen die klassische Mittelstandsfinanzierung sichern, welche insbesondere Regionalbanken übernehmen. Jedoch drohen aktuell durch europäische Regulierungsmaßnahmen erhebliche Beeinträchtigungen.

Im Rahmen von Basel III wurden zwei Kennziffern eingeführt, die kurz- und mittelfristig zu einer besseren Liquiditätsausstattung der Banken beitragen sollen. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass Banken Kredite und ihre Refinanzierung zunehmend fristenkongruent gestalten müssen. Durch das aktuelle Sparverhalten in Deutschland wird damit die Laufzeit von Krediten der Banken, die sich über Einlagen refinanzieren, gleichzeitig kurzfristiger. Das wirkt sich negativ vor allem auf mittelständische Unternehmen aus, die dann verstärkt Zinsänderungs- und Prolongationsrisiken selbst übernehmen müssen.

Zudem droht erneut eine allgemeine Einschränkung der Mittelstandsfinanzierung durch die pauschale Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen von Basel III. Zwar konnte dies einstweilig durch einen Korrekturfaktor für Mittelstandskredite verhindert werden. Dieser steht aber bis 2016 unter Prüfungsvorbehalt. Die EU-Kommission und die europäische Bankenaufsicht (EBA) werden dann die Angemessenheit des Faktors evaluieren. Darüber hinaus schlägt die EU-Kommission in einem Grünbuch zur Langfristfinanzierung der Wirtschaft die Förderung von alternativen, kapitalmarktorientierten Finanzierungsformen vor. Private Investoren und Unternehmensanleihen sind für mittelständische Firmen aber keine echte Alternative zum Bankkredit.

Es ist im Interesse des deutschen Wirtschaftsstandorts, dass sich die Bundesregierung auf europäischer Ebene dafür einsetzt, die nachhaltige Finanzversorgung des Mittelstands zu sichern.


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