Möbelcenter Biller

Warum ein Möbelhaus seit 44 Jahren einer Raiffeisenbank vertraut

07.11.2016

Die Möbelcenter Biller GmbH ist seit 44 Jahren Kunde der Raiffeisenbank Geisenhausen. Dass die Partnerschaft schon so lange besteht, hat viele gute Gründe.

Möbelcenter Biller
Das Stammhaus von Möbel Biller in Eching mit 110.000 Quadratmetern Ausstellungs- und Lagerfläche. Foto: Möbel Biller



Es ist eine bayerische Erfolgsgeschichte: Die Möbelcenter Biller GmbH hat sich mit mit ihren drei Standorten Eching, Hof und Plauen auf dem Markt etabliert. Sie hat dort sogar den jeweiligen Branchenvergleich gewonnen und erhielt kürzlich von der Zeitung „Die Welt“ den Titel „Ehrlicher Händler“. Ergänzt wird der Verkauf vor Ort seit zwei Jahren durch einen Online-­Shop. Dessen Zweck ist jedoch weniger der Absatz von Schränken, Küchen und Betten. In erster Linie sollen sich die Kunden im Internet informieren können. Denn viele wollen erst online recherchieren und das Sofa dann in den Möbelhäusern ansehen und anfassen, sagt Biller. Dort findet dann auch meistens der Kauf statt.


Verglichen mit der heutigen Situation waren die Anfänge der Möbelhauskette bescheiden. Ausgangspunkt war eine 200 Quadratmeter große Möbelschreinerei in Landshut, die Billers Vater Josef 1968 von seinem Vater geerbt hatte. Die wurde dem heutigen Seniorchef aber nach wenigen Jahren zu klein und er schmiedete Pläne für ein Möbelhaus auf der „grünen Wiese“, abseits von Wohngebieten. Das in Deutschland damals noch unbekannte Konzept hatte er im Laufe eines mehrjährigen Arbeitsaufenthalts in die USA kennengelernt und seitdem stets im Hinterkopf behalten. Mit der Idee stieß er jedoch Anfang der 70er Jahre auf viel Skepsis.

Raiffeisenbank Geisenhausen unterstützt Möbelhaus Biller in den Anfangsjahren


„Du willst raus aus Landshut auf die grüne Wiese? Wer kommt da schon hin? Das überlebst du keine drei Monate! Das hat damals jeder zu meinem Vater gesagt“, erzählt Rainer Biller. Einzig der damalige Vorstand der Raiffeisenbank Geisenhausen, Josef Böhm, erkannte das Potenzial und gewährte Josef Biller den benötigten Kredit. „Das war auch für die Bank ein mutiger Schritt, für den mein Vorgänger zunächst viel Kritik einstecken musste“, sagt der heutige Vorstandsvorsitzende des Instituts, Josef Müller. In der Anfangszeit habe man sich deshalb teils täglich über die Umsätze informiert.

Die Investition schweißte Josef Biller und Josef Böhm damals zusammen und schuf neben einer persönlichen Freundschaft auch den Grundstein für die bis heute andauernde Geschäftsbeziehung. Möbel Biller wickelt beispielsweise seinen operativen Zahlungsverkehr ausschließlich über die Raiffeisenbank Gei­senhausen ab.

Warum Möbel Biller so lange Kunde ist


Dass die Partnerschaft über diesen langen Zeitraum gehalten hat und sowohl bei der Bank als auch bei ihren Kunden den Generationswechsel überdauerte, führt Rainer Biller im Wesentlichen auf die Nähe der Raiffeisenbank Geisenhausen zu ihren Kunden zurück: „Das Geschäft wird vom Menschen gemacht. Das ist bei Banken so und auch bei Möbelhäusern.“ Er selbst kenne Müller bereits seit 1998 und habe durch die Konstanz und Nähe eine solide Vertrauensbasis aufbauen können. Erst das ermögliche einen wirklich offenen Austausch und gegenseitiges Verständnis. Dadurch könne die Raiffeisenbank auf seine individuellen Bedürfnisse besser eingehen.

Vertreter von Möble Biller und Raiffeisenbank Gunzenhausen
Heute leitet Rainer Biller (2. v. li.) die Geschäfte des Möbelhauses. In Finanzierungsfragen setzt er auf Josef Müller, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Geisenhausen (2. v. re.), sowie Thomas Hüttl (re.) und Norman von der Heyde (li.) von der DZ Bank.


Das sieht Bankvorstand Müller ähnlich. Bei der Vergabe von Krediten seien die Vertrauenswürdigkeit sowie ein Verständnis für das Geschäftsmodell des Kreditnehmers stets die ersten Dinge, die zu klären sind. „Nach 44 Jahren Geschäftsbeziehung haben wir dafür ein Gespür, an das keine Software heranreicht und das kein Rating abbilden kann. So wichtig die moderne Technik auch ist, den Menschen kann sie nicht ersetzen“, erklärt Müller. Deshalb ist für Kunden bei größeren Geldanlagen oder bei Kreditanfragen der persönliche Ansprechpartner entscheidend.

Das Firmenkundensegment ist einer der zentralen Pfeiler des Geschäftsmodells der Raiffeisenbank Geisenhausen. Sie hat sich innerhalb des genossenschaftlichen Finanzverbunds ein Netzwerk aufgebaut, von dem auch langjährige Bestandskunden wie Möbel Biller profitieren. Dort lief vor einigen Jahren eine größere Finanzierung aus. Zu den möglichen Optionen einer Ablösung beriet sich Rainer Biller auch mit Josef Müller, der die DZ Bank als weiteren Finanzierungspartner ins Spiel brachte.

DZ Bank unterstützt Finanzierungspläne von Möbel Biller


Nachdem Biller zugestimmt hatte, stellte die Raiffeisenbank Geisenhausen zusammen mit dem Firmenchef und der DZ Bank das neue Finanzierungspaket auf die Beine. „Die DZ Bank ergänzt mit ihrer Expertise die Nähe und das über die Jahre gewachsene Vertrauen zur Raiffeisenbank Geisenhausen“, sagt Norman von der Heyde, Firmenkundenspezialist bei der DZ Bank. Das Ziel sei es, regional verankerte Unternehmen wie Möbel Biller auch weiterhin regional zu finanzieren, fügt sein Kollege Thomas Hüttl hinzu. Durch die Zusammenarbeit kann daher auch bei komplexen Kreditverträgen mit hohen Summen die Betreuung und Beratung mit Ansprechpartnern vor Ort gewährleistet werden. Das erwartet auch Rainer Biller: „Wenn ich Fragen zu den Kreditverträgen habe, möchte ich nicht zuerst meine Anwälte anrufen müssen.“

Auf diese Weise profitieren Kunde und Bank vom gewachsenen Vertrauen. Eines jedoch ist beiden Seiten klar:Vertrauen ist ein hohes Gut, das sich alle Beteiligten immer wieder neu erarbeiten müssen. 44 Jahre Geschäftsbeziehung sind dafür allerdings eine sehr gute Ausgangsbasis.


Der Artikel ist in der November-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.