Neue Energie Dollnstein eG

Strom für 3.000 Haushalte

06.04.2016

Viele Genossenschaften in Bayern ermöglichen mit ihrem Engagement eine umweltfreundliche Stromversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien. Eine davon ist die Neue Energie Dollnstein eG. Seit Dezember 2015 betreibt sie im Landkreis Eichstätt zwei Windräder.

Neue Energie Dollnstein eG

Kein Platz für Menschen mit Höhenangst: Blick von einem der beiden Windräder der Neuen Energie Dollnstein eG, 139 Meter über dem Grund.


6.600 Tonnen CO2 weniger

Jährlich soll die Anlage elf Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Das genügt, um circa 3.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Durch die Windräder können gegenüber der Stromerzeugung mit fossilen Energien jedes Jahr rund 6.600 Tonnen CO2 eingespart werden. Zum Vergleich: Diese Menge entsteht bei der Verbrennung von rund 2,84 Millionen Litern Benzin. Das entspricht in etwa 56.900 Tankfüllungen einer Mittelklasselimousine.

Mit der bisherigen Laufleistung ist Anton Risch zufrieden. Die erwartete Leistung sei konservativ berechnet worden, sagt der Vorstandsvorsitzende der Neuen Energie Dollnstein. „Als regional verwurzeltes Unternehmen kennen wir unsere Mitglieder in vielen Fällen persönlich. Wir wollten darum keine falschen Erwartungen durch unrealistische Berechnungen wecken.“

Die Genossenschaft hat sich von Anfang an bemüht, alle Betroffenen und deren Anliegen zu berücksichtigen: Anwohner und Gemeinden informierte sie schon 2012 über ihre Pläne. Risch und seine Mitarbeiter organisierten zudem zahlreiche Gesprächsrunden und Besichtigungen. Insbesondere wenn lärmintensive Arbeiten auf dem Plan standen, wiesen sie die Anwohner vorher darauf hin – etwa in den Nächten, als das Fundament betoniert und die Rotorblätter mit Schwerlasttransportern angeliefert wurden.

Regional verankert

Bis zur Verwirklichung des Projekts war es ein weiter Weg: Von der ersten Idee, die Energiewende selbst in die Hand zu nehmen, bis zur Inbetriebnahme der beiden Windräder vergingen mehr als vier Jahre. Die Resonanz in der Region war dabei von Anfang an gut, die Genossenschaft konnte permanent neue Mitglieder gewinnen. Aktuell sind 151 Bürger und Unternehmen aus der Region sowie der Landkreis Eichstätt mit im Boot.

Dieses Interesse erlaubte es der Neuen Energie Dollnstein, zwei Windräder statt wie ursprünglich geplant eines zu errichten. Zufällig hatte sich die Chance ergeben, einem Investor die Baugenehmigung abzukaufen – die Dollnsteiner mussten nur noch zugreifen. Die Gesamtkosten des Projekts beziffert Risch auf 10 Millionen Euro. 30 Prozent der Summe investierten die Mitglieder. Den Rest finanzierte die Genossenschaft über die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte, die DZ Bank sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Um die Wertschöpfung in der Region zu halten, kamen beim Bau nach Möglichkeit regionale Unternehmen zum Zug. Das fördert die Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung zusätzlich.