Neues GVB-Mitglied: Nahwärme Hohenaltheim eG

Ein Dorf kümmert sich selbst um Energie

06.08.2019

Die schwäbische Genossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Energieversorgung in Eigenregie zu regeln – und nebenbei noch für schnelles Internet zu sorgen.

Die frischgewählten Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats der Nahwärme Hohenaltheim eG bei der Gründungsversammlung im Dezember 2018, darunter der Vorstandsvorsitzende Peter Sander (4. v. li). Mit dabei ist auch der Bürgermeister der Gemeinde, Wulf-Dietrich Kavasch (li.).

Bereits vor mehr als fünf Jahren gab es die Idee, die Energiewende auch in Hohenaltheim einzuläuten. Damals scheiterten die Befürworter. Erst als die Nahwärmegenossenschaft Niederaltheim, einem Ortsteil von Hohenaltheim, ihr Konzept und die Erfahrungen in der Gemeinde vorstellte, kam wieder Bewegung in das Vorhaben. Sander und weitere Mitstreiter nahmen die Planungen auf und gründeten dafür eine Genossenschaft. Mittlerweile hat sie rund 50 Mitglieder.


Die Energie stammt dabei aus der Biogasanlage eines örtlichen Landwirts, der Schweinemist und Mais vergärt. Insgesamt sollen 52 Haushalte in Hohenaltheim mit der Nahwärme versorgt werden. In Kürze beginnen die Bauarbeiten am Versorgungsnetz. „Doch bis dahin war es ein langer Weg“, so Peter Sander, Vorstandsvorsitzender der Nahwärmegenossenschaft.

Schnelles Internet inklusive


Im Unterschied zu ihrem Vorbild aus Niederaltheim legen die Hohenaltheimer noch eine Schippe drauf: Neben Nahwärme soll auch schnelleres Internet möglich sein. Die Genossenschaft hat sich deshalb für das Verlegen von Glasfaserkabeln entschieden. Diese werden dann an eine Telefongesellschaft vermietet. Für die Nutzung muss das Unternehmen eine Pacht an die Genossenschaft entrichten. Dadurch amortisieren sich die Kosten für Kabel in zehn Jahren. Die Laufzeit des Gesamtnetzes liege bei 15 Jahren, so Sander. Dann sinke auch der Nahwärmepreis.

„Das Projekt ist eine große Sache für eine so kleine Gemeinde wie Hohenaltheim“, resümiert Sander, ein bekennender Umweltaktivist. Während er das Vorhaben vor allem aus Überzeugung vorantreibt, steht für viele Beteiligten die Wirtschaftlichkeit an oberster Stelle. Für Sander ist jetzt schon klar: Die Genossenschaft ist ein Gewinn – denn sie leiste einen wesentlichen Beitrag für Dinge, von denen andere nur sprechen: Klimaschutz und Digitalisierung.