Neues GVB-Mitglied: Roxy Kitzingen eG

Eine Genossenschaft lässt die Leinwand wieder flimmern

07.08.2018

Die Roxy Kitzingen eG hat sich zum Ziel gesetzt, ein traditionsreiches Programmkino in der unterfränkischen Stadt wieder zu beleben.

Eingang des traditionsreichen Programmkinos am Rosenberg in Kitzingen.

Zehn Jahre stand das Roxy in Kitzingen leer. Ab Oktober öffnet es an drei Tagen pro Woche wieder zwei seiner Säle. Dann zeigt das Programmkino primär künstlerisch hochwertige und informative Filme. Dafür sorgt eine Genossenschaft, die drei Bürger der Stadt 2016 gegründet haben: der heutige Geschäftsführer Michael Schmitt sowie die Vorstandsmitglieder Christine Jenike und Anke Schunk. „Damals haben meine beiden Mitstreiterinnen und ich das traditionsreiche Kino kennengelernt und uns gleich entschieden, das Roxy wieder zu einem wichtigen Kulturgut der Stadt zu machen“, erinnert sich Schmitt.

Ein Ort mit Geschichte

1956 wurde das Kino im Herzen Kitzingens eröffnet. Es prägte über ein halbes Jahrhundert das kulturelle Leben in der Region. 2007 kam dann das Ende: Mit dem Truppenabzug der rund 10.000 dort stationierten Amerikaner verlor die unterfränkische Stadt rund ein Drittel ihrer Einwohner. Das hatte Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft – vor allem Gastronomie und Nachtleben hatten darunter zu leiden. Und auch das Roxy Kino musste in der Folge immer wieder den Pächter wechseln, seit 2007 fand sich angesichts der generell schwierigen Zeiten für ein Kino kein Interessent mehr.

Roter Kinosaal: An drei Tagen pro Woche werden ab Oktober dort Filme zu sehen sein.

Erfolg hatten die Bemühungen für einen Neustart erst mit der Initiative der drei Akteure des Roxy Teams. In einem ersten Schritt gründeten sie im April 2016 den Förderverein Roxy Kitzingen e.V. „Neben der gemeinnützigen Tätigkeit brauchten wir aber auch die Möglichkeit, wirtschaftlich aktiv zu werden“, sagt Schmitt. Das könne der eingetragene Verein nicht leisten. Deshalb folgte ein halbes Jahr später die Gründung der Genossenschaft Roxy Kitzingen eG.

„Wir möchten mit dem Kino die Menschen in der Stadt und im Landkreis Kitzingen aber auch darüber hinaus am Kino teilhaben lassen. Es soll tief in der Bevölkerung verankert sein. Dafür ist die Unternehmensform eG genau das Richtige“, so Schmitt weiter.

Weitere Mitglieder und freiwillige Helfer gesucht

52 Mitglieder hat die Roxy Kitzingen eG bereits. Zum Jahresende sollen es 250 bis 300 werden. Mit neuer Webseite und einem eigenen Facebook-Profil wirbt die Genossenschaft um Anteilseigner. Über die Einlagen finanziert sie die nötigen Brandschutz- und Sanierungsarbeiten wie den Bau einer Behindertentoilette sowie eine neue Film-Technik. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 30.000 Euro.

Ein wichtiger Meilenstein für die Wiedereröffnung ist seit Kurzem geschafft: Der Pachtvertrag mit dem Hauseigentümer, der ein Nachfahre der ehemaligen Kinobetreiber ist, wurde unterzeichnet.
Um den Kinobetrieb langfristig aufrechterhalten zu können, sucht die Genossenschaft nicht nur möglichst viele weitere Anteilseigner, sondern auch tatkräftige Helfer und ehrenamtliche Mitarbeiter für den Verkauf an der Kinokasse, an der Theke sowie für die Kartenkontrolle. An drei Tagen pro Woche werden in den beiden Kinosälen Filme zu sehen sein. „Wir brauchen 25 Besucher pro Aufführung, damit das Kino wirtschaftlich tragbar ist“, weiß Schmitt.

Zudem können die Räumlichkeiten auch für private oder Firmen-Feierlichkeiten gebucht werden und es sind bereits etliche Kooperationsveranstaltungen mit regionalen und überregionalen Vereinen und Firmen sowie die Zusammenarbeit mit den Schulen der Stadt und des Landkreises Kitzingen in Gang gebracht. „Meine beiden Vorstandskolleginnen und ich sowie viele Unterstützer des Projekts sind überzeugt: Das Roxy Kino in Kitzingen hat Zukunft“, so Schmitt.