Otto Kirchner über Bankenregulierung

IHK-Präsident: Finanzierung der Unternehmen nicht gefährden

30.11.2017

Die Unternehmen in Mainfranken profitieren von der guten Konjunktur und günstigen Finanzierungsbedingungen. Die Bankenregulierung darf diese Vorteile nicht zunichtemachen, warnt Otto Kirchner, Präsident der IHK Würzburg-Schweinfurt, in der Dezember-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“.

Mitarbeiter der Firma MT Propeller arbeiten in einer Produktionshalle an einem PropellerÜberbordende Bankenregulierung könnte die Realwirtschaft und mittelständische Unternehmen schädigen, warnt Otto Kirchner, Präsident der IHK Würzburg-Schweinfurt. 



Im Interview in der Dezember-Ausgabe von „Profil“ stellt Kirchner fest, dass es eine „klare Tendenz zu mehr Regulierung“ gebe. Er fordert, dass diese vermältnismäßig sein sollte: „Wird das Rad in Sachen Regulierung überspannt und Banken – gleich welchen Typs – die Luft zum Atmen genommen, schädigt dies klar die sogenannte Realwirtschaft“, warnt der IHK-Chef aus Mainfranken.

Otto KirchnerEin Beispiel für diese regulatorische Anforderungen ist die Kreditdatenbank AnaCredit, für die Banken Daten ihrer Firmenkunden an die EZB weiterleiten müssen. Auch dieses Thema treibe die IHK Würzburg-Schweinfurt um, erklärt Kirchner: „Die Erfassung frisst Zeit, beansprucht Personal und schafft Kosten bei Kreditinstituten – ein Wettbewerbsnachteil gerade für die vielen kleinen Regionalbanken.“

Otto Kirchner

Der unterfränkische IHK-Präsident erklärt im Interview auch, warum funktionsfähige Regionalbanken für die Wirtschaft wichtig sind: „Der Erfolg eines Wirtschaftsstandorts hängt stets mit einem funktionierenden Geld- und Kreditmarkt zusammen, hierzu gehören insbesondere Kreditinstitute“, so Kirchner. Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands sei in den jüngsten Krisen auch dem dreigliedrigen Bankensystem zu verdanken. Regionalbanken haben „eine wichtige Ankerfunktion zur Stabilität des Systems“, sagt der IHK-Chef.


Das vollständige Interview mit Otto Kirchner ist in der Dezember-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.