Persönliche Beratung durch Banken schützt Verbraucher vor falschen Anlageentscheidungen und ungeeigneten Finanzprodukten

27.09.2013

Individuelle Bedürfnissen des Kunden in den Vordergrund stellen

Mit der Novelle der EU-Finanzmarktrichtlinie (MiFID II) soll der Anlegerschutz verbessert, der Wettbewerb intensiviert und der europäische Finanzmarkt harmonisiert werden. Dazu fordert das EU-Parlament insbesondere für die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) frühzeitige und weitreichende Eingriffs- und Verbotsrechte für Finanzprodukte. Nach den Plänen soll die Behörde ein europäisches Verbot dann aussprechen können, wenn das Finanzprodukt eine „Bedrohung des Anlegerschutzes“ darstellt.

Ein Produktverbotsrecht der ESMA führt aber nicht zu mehr Verbraucherschutz. Denn das Instrument wird überhaupt nicht benötigt. Finanzprodukte, die ein unkalkulierbares Risiko bergen und mit höchster Wahrscheinlichkeit zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen, werden auf dem europäischen Finanzmarkt grundsätzlich nicht angeboten. Zudem dürfen die staatlichen nationalen Behörden in solchen Fällen bereits eingreifen. Deswegen verfehlt der Vorschlag des EU-Parlaments sein Ziel.

Wirksamer als Produktverbote ist die anlagegerechte und anlegergerechte Beratung durch Banken. Denn die Eignung eines Finanzprodukts hängt von den individuellen Bedürfnissen des Kunden ab. Sie benötigen sachkundige Hilfe bei der Auswahl der passenden Finanzanlage. Deswegen ermitteln Bankberater die Anlageziele, die Risikoneigung und wirtschaftliche Situation des Anlegers. Gleichzeitig machen sie dem Kunden das Finanzprodukt verständlich und schärfen dessen Risikobewusstsein. Zur Sicherstellung einer interessensgerechten Beratung bestehen bereits umfassende gesetzliche Regelungen. Ein weiterer Handlungsbedarf für den Gesetzgeber besteht auf nationaler und europäischer Ebene deshalb nicht.