Positionspapier zum Kreditrisikostandardansatz

Bayerns Wirtschaft gegen strengere Kapitalanforderungen für Mittelstandsdarlehen

19.05.2016

In einem gemeinsamen Positionspapier kritisieren bayerische Kammern und Wirtschaftsverbände, darunter auch der GVB, die Vorschläge des Baseler Ausschusses zur Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes (KSA). Sie sehen dadurch die „reibungslose Kreditfinanzierung des bayerischen Mittelstandes“ in Gefahr.

Positionspapier der bayerischen Wirtschaft zum Kreditrisikostandardansatz
Das Positionspapier der bayerischen Wirtschaft zum Kreditrisikostandardansatz.



Die Industrie- und Handelskammern in Bayern, die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern, der Bayerische Bankenverband, der Genossenschaftsverband Bayern und der Sparkassenverband Bayern bemängeln, dass die geplanten Änderungen zu einem „spürbaren Anstieg der Risikogewichte und damit der Kapitalanforderungen“ führen würden. Somit würden Kredite an Mittelstandsbetriebe oder Immobilienkäufer verknappt und verteurert.

Die Verbände geben zu bedenken, „dass weitere Regulierungsvorhaben ebenfalls in höheren Kapitalanforderungen resultieren können“. Das Zusammenspiel dieser Regelungen könne die Mittelstandsfinanzierung nachhaltig beeinträchtigen. „Die Baseler Vorschläge belasten vordergründig nur die Banken“, heißt es weiter. „In Wirklichkeit betreffen sie die gesamte bayerische Wirtschaft.“

Die bayerische Wirtschaft spricht sich deshalb dafür aus, die Eigenkapitalunterlegungspflichten nicht weiter zu erhöhen. Insbesondere für Mittelstandskredite darf es - verglichen mit den europäischen Vorschriften - keine Zusatzanforderungen für die Risikogewichtung geben.