Programmkino Würzburg eG

Film ab bei den Genossen

04.11.2016

Die Programmkino Würzburg eG hat ihren neuen Standort im Bürgerbräu-Keller eröffnet. Damit zieht die erst 2010 gegründete Genossenschaft aus ihrer provisorischen Unterkunft in einem Schulgebäude in neu hergerichtete Kinosäle um. Ein Interview mit der Vorstandsvorsitzenden Heidrun Podszus.


Kinosaal 1 der Programmkino Würzburg eG
Der neue Kinosaal 1 der Programmkino Würzburg eG.



Frau Podszus, der Umbau ist jetzt geschafft. Wie lief denn die Bauphase?


Heidrun Podszus: Ziemlich turbulent, wie das immer so ist. Am Anfang geht es noch relativ ruhig vor sich und am Schluss kommt alles zusammen. Das hat auch damit zu tun, dass es eben kein neuer Rohbau ist, den wir da beziehen, sondern ein Industriedenkmal. Es hat drei Tonnengewölbe, zwei große und ein kleines. Da gibt es natürlich die ein oder andere Unwägbarkeit.

Auf welche Herausforderungen ist ihre Genossenschaft da gestoßen?

Podszus:
Die Eröffnung hat sich ein paar Mal verschoben, weil die Arbeiten am Rohbau nicht so schnell vorangingen. Es musste das ganze vierstöckige Gebäude, das ja auf einem ehemaligen Brauereigelände steht, aufgemacht werden. Denn unser Foyer liegt außerhalb des ursprünglichen Gebäudes, es ist also eine Art Glaskasten. Da war jeden Tag der Statiker da. So gab es Verzögerungen, aber das ist bei so einem Bau ganz normal.

Was erwartet die ersten Kinobesucher?

Podszus:
Am 4. November geht es los. Das ist auf den Tag genau sechs Jahre, nachdem wir in der Mozartschule eröffnet haben. Da haben wir traditionell immer mit den italienischen Filmtagen begonnen. Deshalb wird es jetzt auch eine ganze Woche italienische Filme im Original mit deutschen Untertiteln geben. Danach fangen wir mit dem ganz normalen Spielbetrieb an.


Foyer der Programmkino Würzburg eG
Das Foyer auf dem Gelände des alten Bürgerbräu-Kellers.



Sind Sie schon aufgeregt vor der ersten Aufführung?

Podszus: Die letzten Tage war immer wieder unser Architekt da und hat gesagt, dass alles passt. Grundsätzlich bleibt natürlich die Frage, ob es wirtschaftlich funktionieren wird, wie wir das geplant haben und wie wir uns das wünschen. Das Projekt ist zu großen Teilen sehr gut finanzierbar gewesen, weil es für Kinobauten Subventionen und Zuschüsse gibt. Trotzdem wird sich demnächst herausstellen, ob es klappt oder nicht. Das Augenfällige ist ja, dass wir am Stadtrand sind. Viele Menschen glauben, da käme dann keiner mehr hin. Wir wissen aber aus Erfahrung, dass die Besucher kommen, um die Filme zu sehen - und nicht, weil sie zufällig in der Nähe sind.

Sie sind also zuversichtlich, was die Zahl der Kinogänger betrifft?

Podszus: Als Grundlage für diese Schätzung haben wir die Besucherzahl des Kinos, das Ende 2009 geschlossen hat, und die Teilnehmer einer Unterschriftensammlung, die weiterhin ein Programmkino haben wollten. Wir sollten in der Lage sein, diese Besucherzahl wieder zu erreichen. Wenn wir das schaffen, ist alles im grünen Bereich.

Dann wünschen wir viel Erfolg!


Weitere Informationen

Webseite der Programmkino Würzburg eG