PsIGa - Pflanzenschutz-Beratung eG

Genossenschaft mit grünem Daumen

03.11.2017

Für Gartenliebhaber sind Schädlinge eine Plage. Um die eigene Zucht zu schützen, sucht man meistens Rat in einem Gartencenter. Damit die Berater dort die richtigen Tipps zum Pflanzenschutz geben können, gibt es in einigen Geschäften ein Informationssystem für Schädlingsbefall. Betrieben wird es von einer Genossenschaft. Der Vorstand erklärt, wie es funktioniert und warum es zu dieser Rechtsform kam.

Pflanzenschutz Informations- und Beratungssystems für das Beratungspersonal im Gartencenter
Ein Portal für Fachberater: Das Pflanzenschutz Informations- und Beratungssystem für Gartencenter. Foto: PsIGa - Pflanzenschutz-Beratung eG   



Die Anwendung trägt den Namen „Pflanzenschutz Informations- und Beratungssystems für das Beratungspersonal im Gartencenter“ (PsIGa). Sie ist aus einem Forschungsprojekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising zwischen Februar 2013 und Oktober 2016 entstanden. 24 Gartencenter haben das System mitentwickelt, darunter auch große Branchenvertreter wie das Unternehmen Dehner.

Das webbasierte Online-Informationssystem beinhaltet Informationen zu hunderten von Schaderregern aus dem Haus- und Kleingartenbereich. Außerdem liefert sie eine Aufstellung von Pflanzenschutzmaßnahmen und -mitteln, die für die Behandlung dieser Schaderreger passend sind. „Wir haben 300 Schadbilder oder Schaderreger schon katalogisiert, und zwar auf dem Niveau eines guten Fachbuchs“, sagt Projektleiter Thomas Hannus, Professor für Handelsbetriebslehre an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Der Kunde beschreibt dem Berater im Gartencenter das Problem und anhand des Informationssystems kann dieser eine Diagnose durchführen. Haben die Maßnahmen gegen die Schädlinge gewirkt, trägt das Gartencenter-Personal das in die Datenbank ein. Und auch die Kunden können die Beratung bewerten. So sammelt sich weiteres Fachwissen zum Thema Pflanzenschutz an. Sollte die Diagnose mal nicht eindeutig sein, können die Mitarbeiter Pflanzen-Proben zur Untersuchung an das Institut für Gartenbau an der Hochschule senden. Das Ergebnis gibt der Berater dann an den Kunden weiter und bespricht mit ihm, was weiter zu tun ist. 

Warum das „Pflanzenschutz Informations- und Beratungssystem“ zur Genossenschaft wurde


Das Beteiligten haben das Projekt schließlich in eine Genossenschaft überführt. So gründeten sie die PsIGa - Pflanzenschutz-Beratung eG. Ein ausschlaggebender Grund war die Stimmengleichheit zwischen den beteiligten Unternehmen, die sich stark in der Größe unterscheiden: Vom kleinen Einzelhandel bis zur Gartencenter-Kette Dehner.  „Um da eine Gleichheit hinzukriegen, ist die Genossenschaft ein perfektes Modell“, sagt Hannus, der auch Vorstand ist. Die relativ niedrigen formalen und Kapitalanforderungen und die überschaubaren Gründungskosten seien weitere Gründe für die Rechtsform Genossenschaft gewesen. Nicht zuletzt habe auch die Gründungsberatung durch den Genossenschaftsverband Bayern überzeugt, erklärt der Wissenschaftler.

Für die nähere Zukunft hat die PsIGa - Pflanzenschutz-Beratung eG nun zum einen das Ziel, die Datenbank inhaltlich weiter zu wachsen und zum anderen weitere Betriebe für das Projekt zu gewinnen.  „Und wenn wir einen guten Service für unsere Kunden, also für unsere Genossen bieten können, dann haben wir eigentlich schon alles geschafft“, sagt Hannus.