Qualität und Effizienz eG

Genossenschaft verbessert Gesundheitsversorgung in Nürnberg

11.09.2015

Wartezeiten unter 30 Minuten, Facharzttermine innerhalb von zehn Tagen und besondere Sprechzeiten für Berufstätige am Wochenende: Die Qualität und Effizienz eG (QuE) aus Nürnberg hat in den zehn Jahren seit ihrer Gründung einiges für die Gesundheitsversorgung in der Frankenmetropole getan. Und die Genossenschaft hat noch viel vor.

Vorstände und Aufsichtsräte der Genossenschaft Qualität und Effizienz eG aus Nürnberg.
Die Vorstände und Aufsichtsräte der Qualität und Effizienz eG können stolz darauf zurückblicken, was sie in den zehn Jahren seit der Gründung für die Gesundheitsversorgung in Nürnberg geschafft haben.



Bei der Gründung der Qualität und Effizienz eG im Jahr 2005 ging es zunächst um den Aufbau eines regionalen Versorgungsverbunds. Dieser soll die vollumfängliche Betreuung bei Krankheiten sichern. Wichtigster Ansprechpartner in diesem System sind die Hausärzte. Die Patienten können sich bei ihnen für das Gesundheitsnetz registrieren. Dann übernehmen die Hausärzte die Lotsenfunktion und steuern die Patienten durch das Gesundheitssystem zu den zuständigen Fachärzten. Auf diese Weise sorgen die 130 Haus- ­und Fachärzte in den 70 Praxen des Netzwerks dafür, dass 15.000 Patienten in den Genuss dieser Serviceleistungen kommen.  

So können unnötige Doppeluntersuchungen vermieden und die fachübergreifende Diagnostik gestärkt werden. Den Ärzten erleichtert dies die schnelle und zielgerichtete Behandlung. Wie sinnvoll dieses System ist, zeigen die jährlichen Patientenbefragungen. Für das Jahr 2014 gaben 97 Prozent der über 500 Teilnehmer an, dass sie zufrieden mit ihrem Hausarzt waren. Knapp 80 Prozent würden QuE ohne Einschränkungen weiterempfehlen. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat das im vergangenen Jahr bestätigt: Sie zeichnete die Qualität und Effizienz eG als bayernweit erstes „anerkanntes  Ärztepraxisnetz“ aus. 

Patienten und Mitglieder profitieren von der QuE


Es sind aber nicht nur die Patienten, sondern auch die Mitglieder, welche von der Genossenschaft profitieren. „Uns ist es in den letzten Jahren gelungen, überdurchschnittliche Wirtschaftlichkeitspotenziale zu heben“, sagt Jörg Lindenthal, der das QuE-Netzmanagement leitet. Dazu kooperiert die QuE mit zahlreichen Nürnberger Kliniken und Pflegeeinrichtungen, aber auch mit wissenschaftlichen Instituten. Zudem arbeiten die drei größten Krankenkassen im Freistaat, die AOK Bayern, die Barmer GEK und die Techniker Krankenkasse, mit der Genossenschaft zusammen.

Einfach ist es für Haus­- und Fachärzte jedoch nicht, Mitglied bei der QuE zu werden. „Wir haben hohe Voraussetzungen“, sagt Lindenthal. Neue Teilnehmer müssen zunächst verpflichtende Standards im Bereich des Qualitätsmanagements und der Datenübertragung nachweisen. Indes lohnt sich die Aufnahme für die Ärzte. Sie haben es im Gesundheitsnetz einfacher, ihre freiberufliche Tätigkeit zu sichern. Auch die Fort­- und Weiterbildung der Ärzte und ihrer Mitarbeiter gehört zu den zentralen Aufgaben der eG.

Weitere Projekte im Gesundheitsnetzwerk geplant


Mittlerweile beteiligen sich fast 50 Prozent der Fach-­ und Hausärzte im Nürnberger Norden an der Genossenschaft. Obwohl QuE schon viel erreicht hat, planen die Mitglieder der Genossenschaft bereits weitere Projekte. Wichtigster Punkt ist der Aufbau eines sicheren und datenschutzkonformen IT-Netzes. Darüber sollen in Zukunft sensible Daten übertragen werden, ohne dass Dritte diese abgreifen können. Das gibt den Patienten ein Gefühl der Sicherheit und die Ärzte können effizienter behandeln.

Ein weiteres Angebot der QuE ist der Aufbau eines Risiko-­ und Fehlermanagements. „Dies ist bundesweit ein einmaliges Modellvorhaben“, betont Lindenthal. Ärzte und Mitarbeiter können ihre Fehler anonymisiert dokumentieren und dem gesamten Praxisnetz zur Verfügung stellen. So können die Mitglieder voneinander lernen und Vermeidungsstrategien für die Zukunft erarbeiten.


Der vollständige Beitrag über die Qualität und Effizienz eG ist in der September-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.