Regenerative Energien Ebersberg eG (REGE)

Leuchtturmprojekt „Eberstrom“

18.03.2016

Seit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2014 sind neue Photovoltaik- und Biogasanlagen kaum noch wirtschaftlich zu betreiben. Junge Energiegenossenschaften sehen sich deshalb nach neuen Geschäftsmöglichkeiten um - wie die Regenerative Energien Ebersberg eG (REGE).

Unterzeichneten den Kooperationsvertrag für Eberstrom (v.li): REGE-Vorstand Wolfgang Poschenrieder, die Biogasanlagenbetreiber Johann Pröbstl und Hubert Sedlmaier, Landrat Robert Niedergesäß, der REGE-Vorstandsvorsitzende Hans Gröbmayr sowie Hubert Sedlmaier junior.



Das Leuchtturmprojekt der REGE eG heißt „Eberstrom“. Dazu hat die Genossenschaft Anfang des Jahres zusammen mit der VPP Energy als Partner ein virtuelles Kraftwerk eingerichtet. In diesem sind mehrere Biogasanlagen zusammengeschlossen. Das Kontrollzentrum des Kraftwerks kann nun Angebot und Nachfrage aufeinander abstimmen. Dadurch steht der benötigte Strom genau dann zur Verfügung, wenn er gebraucht wird.

Zurzeit wird der Strom noch über VPP Energy auf dem Regelenergiemarkt verkauft. Mittelfristig will die REGE ihren Eberstrom aber direkt vertreiben. Die Vorstände Hans Gröbmayr und Wolfgang Poschenrieder hoffen, dass sie damit noch in diesem Jahr starten können. Denn die Ziele sind ambitioniert: „Mit dem Kraftwerk wollen wir die Einwohner mit Regionalstrom aus erneuerbaren Energien versorgen, perspektivisch zu 100 Prozent“, erklärt Gröbmayr.

Die Kommunen und der Landkreis Ebersberg unterstützen das Konzept. Der Ebersberger Kreistag hat beschlossen, dass der Landkreis bis 2030 ohne Energie aus fossilen Rohstoffen auskommen soll. Zusätzlich sind 19 von 21 Kommunen Mitglieder der REGE. Seit Beginn des Jahres 2016 speisen drei Biogasanlagen insgesamt bis zu 950 Kilowatt elektrische Leistung über das virtuelle Kraftwerk ins Netz ein. Schritt für Schritt werden weitere Anlagen angeschlossen, bis Ende 2016 sollen es rund zehn Biogasanlagen sein. Mit der steigenden Zahl von Anlagen können die Kosten des Kraftwerks, vor allem die Investition in das Funknetz für die Datenübertragung, wieder hereingespielt werden.

Zunächst macht sich die REGE aber die Vorteile von Biogas zunutze: „Die Anlagen können rund um die Uhr und unabhängig vom Wetter laufen, außerdem sind sie gut regulierbar“, erklärt Poschenrieder. Und wenn sich die Technik weiterentwickelt hat, sollen auch andere Quellen regenerativer Energie, wie beispielsweise Photovoltaikanlagen, an das virtuelle Kraftwerk angeschlossen werden. Das ist dann ein weiterer Schritt hin zu dem Ziel, 2030 den ganzen Landkreis mit Eberstrom zu versorgen.


Der vollständige Artikel ist in der März-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.