Regulierung: Volksbanken und Raiffeisenbanken mit 138 Millionen Euro belastet

28.09.2016

Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken werden durch die Vielzahl neuer Regulierungsvorschriften erheblich belastet. Das zeigt eine Umfrage des GVB unter seinen 269 Mitgliedsinstituten. Demnach müssen die Kreditgenossenschaften im Freistaat mittlerweile rund 138 Millionen Euro pro Jahr aufwenden, um Meldepflichten, administrative Vorgaben oder andere regulatorische Vorschriften zu erfüllen. Der Regulierungsaufwand macht inzwischen mehr als 5 Prozent der gesamten Betriebskosten der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken aus. Er schmälert das Betriebsergebnis der Institute um knapp 10 Prozent.

Letztlich erschweren die hohen Regulierungskosten den von den Aufsichtsbehörden geforderten Eigenkapitalaufbau bei Banken. Das hat zwei Konsequenzen: Erstens können die Institute weniger Risikopuffer für schwierige Zeiten aufbauen. Dies geht zulasten der Finanzstabilität. Zweitens droht die Realwirtschaft durch die überbordende Regulierung Schaden zu nehmen. Denn weniger Eigenkapitalaufbau heißt auch, dass den Möglichkeiten zur Kreditvergabe an den Mittelstand engere Grenzen gesetzt werden. Der GVB tritt deshalb für eine verhältnismäßige und differenzierte Gestaltung der Regulierung ein, die Größe, Geschäftsmodell und Risikostrategie der Kreditinstitute berücksichtigt. Politisches Ziel muss es sein, die regulierungsbedingten Belastungen zu senken.