SAPV Südfranken eG

Mittelfränkische Genossenschaft bietet ambulante Palliativversorgung

12.01.2018

Eine Lücke bei der ambulanten Palliativversorgung schließen: Das ist das Ziel einer neuen Genossenschaft, die in den Landkreisen Roth und Weißenburg-Gunzenhausen aktiv ist. Die SAPV Südfranken eG will schwerstkranken und sterbenden Menschen eine Betreuung zuhause und damit in einem vertrauten Umfeld ermöglichen. Vorstand Werner Rupp erklärt, warum man hierfür die Rechtsform Genossenschaft gewählt hat.

Die Beteiligten der neuen Genossenschaft SAPV Südfranken eG. Foto: Kreisklinik Roth
Die Beteiligten der SAPV Südfranken (v. li. n. re.): Iris Löw, pflegerische Leitung der SAPV, Agathe Meixner, Erste Vorsitzende des Hospiz-Vereins Hilpoltstein-Roth, Jürgen Winter, Vorstand der SAPV und des Klinikums Altmühlfranken, Christian Maune, ärztlicher Leiter der SAPV, Gerhard Wägemann, Landrat des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen, Werner Rupp, Renate Müller, Zweite Vorsitzende des Hospizvereins Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Herbert Eckstein, Landrat des Landkreises Roth. Foto: Kreisklinik Roth 



Die Abkürzung SAPV steht für „spezialisierte ambulante Palliativversorgung“. Durch das Angebot der mittelfränkischen Genossenschaft wird es möglich, Patienten, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden, sowohl zu Hause als auch in den stationären Pflegeeinrichtungen zu versorgen. In der Praxis sieht das so aus, dass ein Team der SAPV, dazu gehören Palliativmediziner und geschulte Pflegekräfte, die Patienten und deren Angehörige daheim besuchen und beraten.

Zu den Gründungsmitgliedern der SAPV Südfranken eG gehören die Kreisklinik Roth, das Klinikum Altmühlfranken und die Hospizvereine aus Roth und Weißenburg-Gunzenhausen. Als es darum ging, diesen Zusammenschluss rechtlich zu organisieren, habe man nicht lange überlegt, sagt Werner Rupp. Er ist sowohl Vorstand der Kreisklinik Roth als auch der Genossenschaft. Die Rechtsform eG hätten die Gründer deshalb gewählt, weil sie mit ihr schon gute Erfahrungen gemacht haben.

Schließlich sind die beiden beteiligten Kliniken auch Gründungsmitglieder der Klinik-Kompetenz-Bayern eG, die ebenfalls als Genossenschaft geführt wird. Deren Vorstand, Jürgen Winter, ist Amtskollege von Rupp bei der SAPV und leitet das Klinikum Altmühlfranken. Von daher habe es schon sehr gute Ansätze und Berührungspunkte gegeben, erklärt Rupp. Ein konkreter Vorteil der Rechtsform sei der geringe Aufwand bei der Gründung gewesen. „Und für den Betrieb ist es hilfreich“, fügt er hinzu, „dass die Leute arbeiten können und die Bürokratie nicht so im Mittelpunkt steht“. 

Nachdem die Genossenschaft Anfang Januar ihren Betrieb aufgenommen hat, steht als nächstes Ziel die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit auf dem Plan: „Wir schreiben die niedergelassenen Ärzte an und machen Pressearbeit, damit sich in der Öffentlichkeit auch verfestigt, dass es diese Institution gibt und dass Patienten jetzt auch ambulant palliativ versorgt werden können“, beschreibt Rupp die nächsten Aufgaben.