Sepa-Übergangsfrist läuft aus

Das Ende von Kontonummer und Bankleitzahl

02.11.2015

Am 1. Februar 2016 laufen die Übergangsfristen für Sepa, den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, aus. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Bayern sind vorbereitet und werden ihre Kunden in den kommenden Wochen noch einmal auf die finale Umstellung hinweisen.

Sepa-Überweisung mit IBAN und BIC.Sepa-Überweisung mit IBAN und BIC: Ab 1. Februar 2016 können Bankkunden nur noch diese Transaktionsdaten verwenden.



In weniger als drei Monaten schlägt die letzte Stunde für Bankleitzahl und Kontonummer: Dann können Bankkunden für ihre Überweisungen ausschließlich die internationale Kontonummer IBAN und die internationale Bankleitzahl BIC verwenden. Transaktionen mit Kontonummer und Bankleitzahl sind nicht mehr möglich. Darüber hinaus läuft das im deutschen Einzelhandel weitverbreitete Elektronische Lastschriftverfahren (ELV) aus, das Bezahlen mit Bankkarte und Unterschrift.

Die Bundesbank weist darauf hin, dass die Nutzung der IBAN seit 2014 stetig angestiegen ist. Der Anteil der Überweisungen mit Kontonummer und Bankleitzahl sei nach Angaben der Kreditwirtschaft sehr gering, heißt es in Frankfurt. Die Zentralbank erwartet in den kommenden Monaten einen weiteren Rückgang, sodass das Ende der Übergangsfrist voraussichtlich keine Schwierigkeiten bereiten dürfte. Dennoch sei es notwendig, die Kunden nochmals auf den Umstellungstermin hinzuweisen.

Damit die Genossenschaftsbanken diesem Erfordernis nachkommen können, plant der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) noch im November mehrere Veröffentlichungen: Das „VR Aktuell“ wird sich dem Thema Zahlungsverkehr widmen und die Bankkunden über die Änderungen zum 1. Februar 2016 informieren. Außerdem gibt es aktualisierte Kundeninformationsmaterialien des DG Verlags und entsprechende Banner für die Internetseite.

Bayerns Genossenschaftsbanken auf endgültige Sepa-Umstellung vorbereitet

Die bayerischen Kreditgenossenschaften blicken zuversichtlich auf den 1. Februar 2016. Bei der Raiffeisenbank Trostberg-­Traunreut zum Beispiel werden fast ausschließlich Überweisungsbelege mit IBAN eingereicht. „Unsere Privatkunden können durch die mittlerweile weitverbreiteten Sepa­-Vordrucke gar nicht mehr anders und haben sich an die neuen Modalitäten bereits gewöhnt“, analysiert Vorstandssprecher Franz Hofmann. Seiner Ansicht nach werden die meisten gar nicht merken, dass die Übergangsfrist ausgelaufen ist.

„Wir sind durch mit der Sepa-­Umstellung“, sagt Norbert Pröll, Abteilungsleiter Rechnungswesen bei der VR­-Bank Handels­ und Gewerbebank eG in Gersthofen. Bis zum Jahresende werde der Anteil der Überweisungsträger mit Kontonummer und Bankleitzahl bei der schwäbischen Kreditgenossenschaft auf 3 Prozent zurückgehen, prognostiziert er.

Bei der Raiffeisen­-Volksbank Miltenberg ist das Projekt Sepa so gut wie abgeschlossen. „Im November steht es trotzdem nochmal auf der Tagesordnung: Wir werden unsere Zahlungsverkehrsdaten analysieren, damit die Berater gezielt auf die Kunden mit Nicht-Sepa-­Überweisungen zugehen können“, erläutert Bereichsleiter Jörg Schmitt. Große Zwischenfälle erwartet er nicht mehr: Die Anzahl der Papierüberweisungen mit Kontonummer und Bankleitzahl sinke stetig. „Einige wenige bankspezifische Fragen sind zwar noch offen, dürften aber bis 1. Februar geklärt sein“, so der Sepa-Verantwortliche.

Kunden ans Ende der Sepa-Übergangsfrist erinnern

Die Hallertauer Volksbank plant, ihre Privatkunden nochmal an die Sepa-­Änderungen zu erinnern - mit einer Benachrichtigung im Online­-Banking und einem Homepage-­Banner. „Meine Kollegen haben ihre Kunden bereits sehr gut aufgeklärt: Die Anzahl fehlerhafter Sepa­-Belege oder alter Überweisungsträger mit Kontonummer liegt im Promillebereich“, erklärt Zahlungsverkehrsberater Oswald Kuhn. Der Aufwand, bei fehlerhaften Formularen gezielt auf die Kunden zuzugehen und sie aufzuklären, habe sich gelohnt.


Der vollständige Artikel ist in der November-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.


Weitere Informationen

Infoportal der Volksbanken und Raiffeisenbanken zu Sepa