SOAA Standard für Industrieapplikationen eG

Die eG und der intelligente Schlüssel

10.12.2014

Eine Genossenschaft will den Standard SOAA für elektronische Zugangssysteme bekannt machen. Er ermöglicht es Unternehmen, die Technologien unterschiedlicher Hersteller in einem System zu kombinieren. Dahinter stehen namhafte Industrieunternehmen.

SchließsystemElektronisches Zugangssystem: Die Genossenschaft SOAA Standard für Industrieapplikationen eG will einen gemeinsamen Nenner für die technischen Systeme unterschiedlicher Hersteller etablieren.


SOAA steht für Standard Offline Access Application. Das bedeutet so viel wie Standardanwendung für Offline-­Zugangssysteme. Der Name gibt bereits einen Hinweis darauf, in welcher Branche die Genossenschaft tätig ist: Am Markt für elektronische Schlösser und Schließsysteme.

SOAA verbindet Online- und Offline-Welt


Grundsätzlich unterscheiden Fachleute zwischen elektronischen Online- ­und Offline­-Schlössern. Online­-Schlösser sind in ein Netzwerk eingebunden. Dieses macht zum Beispiel den Anschluss an ein zentrales Zutritts-­Managementsystem möglich. Auch die Verbindung mit einer elektronischen Zeiterfassung ist möglich.

Offline­-Schlösser – sowohl mechanische, die mit einem Schlüssel geöffnet werden, als auch elektronische, die sich mittels Chipkarte öffnen lassen, haben diese Möglichkeit nur eingeschränkt. Ein Offline-­Schloss ist „dumm“. Wenn es die Information auf einer Karte liest, die Tür zu öffnen, wird es das tun. Wenn ein Mitarbeiter in einen anderen Gebäudeteil umzieht, benötigt er eine neue Berechtigung auf seine Zugangskarte.

Der SOAA­-Standard vereinfacht das Verfahren und verbindet Online- ­und Offline-­Welt. Der Angestellte betritt das Gebäude, indem er sich an einem der Eingänge bei einem Online-­Schloss anmeldet. Dort lädt die SOAA­-Software tagesaktuell Zugangsinformationen auf seine Karte. Wenn der Mitarbeiter zum Beispiel eine Besprechung in der Entwicklungsabteilung hat, erhält er einen Tag lang Zugang zu diesem Bereich. Auf seine Karte werden die entsprechenden Zugangsinfos für die jeweiligen Offline­-Schlösser für den festgelegten Zeitraum geladen. So können Berechtigungen auch für Offline­-Schlösser zentral und digital verwaltet werden – ohne ständig wechselnde Berechtigungen von Mitarbeitern in die elektronischen Offline­-Schlösser einspielen zu müssen.

SOAA ermöglicht Kombination mehrerer Hersteller


Die Firma Gaius GmbH von Genossenschaftsvorstand Thomas Maier war einer der Treiber bei der Gründung der SOAA Standard für Industrieapplikationen eG. Sie entstand aus einer Arbeitsgruppe von Industrie- ­und Beratungsunternehmen: „Die Anbieter von Schließsystemen haben sich jahrelang gegen einen markenübergreifenden Standard gesträubt“, erklärt Maier. Denn bislang standen Unternehmen in sehr starker Abhängigkeit zum Schließsystemanbieter. Hatte man sich auf eine Marke geeinigt, war ein Wechsel kaum möglich.

Ein markenübergreifender Standard könnte einen Wettbewerb in Gang setzen und das riesige Marktpotenzial für elektronische Offline-­Komponenten erschließen. „Die Verwendung von SOAA gewährleistet großen Unternehmen, diese elektronischen Offline­-Zylinder von unterschiedlichen Herstellern zu beziehen und im Mischbetrieb zu betreiben – das ist die Innovation“, fasst Maier zusammen.

Genossenschaft etabliert technischen Standard


Dass dieser neue Standard überhaupt möglich wurde, ist der SOAA eG zu verdanken. Hinter der Genossenschaft stehen namhafte Industrieunternehmen wie E.on, MAN und Airbus. Diese Nachfragemacht hat einige Schließsystemhersteller dazu veranlasst, zu kooperieren und den einheitlichen Standard zu unterstützen.

Die SOAA eG ist mittlerweile eingetragen und wirbt aktiv um neue Mitglieder. Derzeit stellt sie ausschließlich Beratungsdienstleistungen zur Verfügung. „Langfristig können wir uns allerdings auch vorstellen, zur Einkaufsgenossenschaft zu werden und unseren Teilhabern einen verbilligten Zugang zu den Systemen zu ermöglichen“, sagt Maier.


Weitere Informationen über die Genossenschaft SOAA Standard für Industrieapplikationen eG lesen Sie in der Dezember-Ausgabe von "Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt".