Spielwarenmesse eG expandiert nach Indien

Aufbruch zum Ganges

27.01.2015

In Nürnberg findet wieder die Spielwarenmesse in Nürnberg statt. Sie ist die weltgrößte Schau ihrer Art. Das Konzept hat die dahinter stehende Genossenschaft sogar nach Indien exportiert.


Besucher auf der Spielwarenmesse Besucher auf der Spielwarenmesse "Kids India". Foto: Photopool/Spielwarenmesse eG


Die Spielwarenmesse eG sucht seit einigen Jahren den Weg auf internationale Märkte. Vorläufiger Höhepunkt: 2013 richtete die Genossenschaft mit der „Kids India" erstmals eine Veranstaltung in einem anderen Land aus. Diese ist seit ihrer Eröffnung die größte Spielwarenmesse Indiens.

Im Konsumbereich gilt die größte Demokratie der Welt als Wachstumsmarkt mit erheblichem Potenzial. Eine zentrale Messe ist für das Land besonders wichtig, da sich indische Produzenten auf ihrem Heimatmarkt etablieren wollen und auswärtige Hersteller eine frühzeitige Marktpositionierung anstreben.

Spielwarenmesse eG baut weltweite Beteiligungen aus

Weil ein Geschäftsabschluss in Indien ohne persönlichen Kontakt nur schwer möglich ist, bietet eine Messe viele Chancen für Produzenten und Händler. Kein Wunder also, dass auch die Spielwarenmesse hier mitmischen möchte: „Bei diesen Aussichten wollen wir einen Fuß im Markt haben. Deshalb haben wir unsere Chance ergriffen und dort eine Fachmesse veranstaltet", berichtet der Vorstandsvorsitzende Ernst Kick. Nach und nach hat die Genossenschaft in den vergangenen Jahren ihre weltweiten Beteiligungen ausgebaut, da die Wachstumsmöglichkeiten für Spielwarenproduzenten in Deutschland ausgeschöpft sind.

Kick sieht dabei die lokale Bindung zu den Mitgliedern der eG nicht in Gefahr. Vielmehr böten sich für die Teilhaber Chancen, ihre Expansion eng abzustimmen und rechtzeitig Geschäftsnetzwerke aufzubauen: „Wir verstehen uns als Türöffner zu attraktiven Wachstumsmärkten und halten nach Projekten Ausschau, die unsere Mitglieder vorwärtsbringen", sagt der Vorstandsvorsitzende. Auch während der Messe in Indien weist die Genossenschaft stets auf ihre besondere Verpflichtung gegenüber ihren Mitgliedern hin. Dadurch können potenzielle Geschäftspartner für das Thema sensibilisiert werden.

Indische Spielwarenmesse als neuer Besuchermagnet

Da der Eintritt in einen neuen Markt immer mit Risiken verbunden ist, holte sich die Spielwarenmesse die Indo-German Chamber of Commerce (IGCC) ins Boot. Mit der deutschen Auslandshandelskammer als Partner sollte ein reibungsloser Ablauf der Messe gewährleistet werden. Durch die sorgfältige Vorbereitung und die Popularität der deutschen Messe fand die Kids India bereits im ersten Ausrichtungsjahr einen großen Anklang.

Während der dreitägigen Veranstaltung besuchte ein Fachpublikum von über 5.000 Gästen die Stände der rund 100 Aussteller. Im folgenden Jahr konnten die Zahlen gesteigert werden: Mehr als 150 Stände zogen etwa 5.700 Besucher an. Kick hofft, dass sich der positive Trend auch heuer fortsetzen wird. Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß er: „Beim dritten Mal wird der Messebesuch zur Tradition. Das ist unser Ziel für 2015."