Steuer 2017

Was sich im neuen Jahr beim Fiskus ändert

29.12.2016

Grundfreibetrag, Kindergeld oder Steuererklärungsfristen: Ab 2017 gibt es einige Neuerungen im Steuerrecht. Ein Überblick über die Änderungen, die ab dem Jahreswechsel gelten.

Einkommensteuererklärung, Formular, Foto: Tim Reckmann / pixelio.deEinkommenssteuer-Formular: 2017 gibt es einige Änderungen im Steuerrecht. Foto: Tim Reckmann/pixelio.de



Ausgleich der kalten Progression

Die Bundesregierung ist verpflichtet, alle zwei Jahre einen Existenzminimumbericht anfertigen zu lassen und steuerlich durch Erhöhung des Grundfreibetrags umzusetzen. Die moderate Steuerentlastung, die für das Jahr 2017 beschlossen wurde, entspricht der aktuellen Inflationsrate und soll die sogenannte kalte Progression ausgleichen. Durch das Hineinwachsen in einen höheren Steuertarif – etwa durch eine kleine Gehaltserhöhung – würden sonst Steuern entstehen, ohne dass die Kaufkraft gewachsen ist.


Ab 2017 wird deshalb der steuerliche Grundfreibetrag um 168 Euro auf 8.820 Euro steigen. Ab 2018 ist geplant, das „steuerfreie Existenzminimum“ nochmals auf dann 9.000 Euro zu erhöhen. Zusätzlich werden die übrigen Tarifeckwerte in 2017 um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2016 (0,73 Prozent) und in 2018 um die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2017 (1,65 Prozent) nach rechts verschoben.

Kindergeld und Kinderfreibetrag


Bei der Besteuerung der Eltern werden Kinder ebenfalls bis zu einem bestimmten Geldbetrag steuerfrei gestellt. Die steuerliche Entlastung des Einkommens, das für den Unterhalt eines Kindes aufzuwenden ist, wird in Deutschland in erster Linie über das Kindergeld bewirkt. Der Kinderfreibetrag wird erst wirksam, wenn sich dies bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens als günstiger für den Steuerpflichtigen erweist als das Kindergeld. Die Überprüfung erfolgt automatisch durch das Finanzamt bei Berechnung der Einkommensteuer.

2017 und 2018 wird das monatlich ausbezahlte Kindergeld für das erste und zweite Kind um jeweils 2 Euro auf 192 Euro (2017) beziehungsweise 194 Euro (2018) steigen, für das dritte Kind auf 198 Euro (2017) beziehungsweise 200 Euro (2018); für das vierte und jedes weitere Kind auf 223 Euro (2017) beziehungsweise 225 Euro (2018). Der Kinderfreibetrag steigt um 108 Euro auf 4.716 Euro (2017) und um weitere 72 Euro auf 4.788 Euro (2018).


Steuerentlastungen ab 2017

Entlastung für die Eltern: 2017 steigen Kindergeld und Kinderfreibetrag


Mehr Zeit für die Steuererklärung


Steuerzahler können sich bei Abgabe der Steuererklärung 2017 mehr Zeit las­sen. Bislang endete die Frist zur Abgabe der jährlichen Steuererklärungen am 31. Mai des Folgejahrs. Oft liegen jedoch bis dahin noch nicht alle Steuerbelege vor. Ab 2017 werden deshalb die Fristen dauerhaft um zwei Monate nach hinten verschoben. Somit müssen die Steuererklärungen für 2017 erst bis zum 31. Juli 2018 dem Finanzamt vorliegen.

Mehr Zeit erhalten auch Steuerzahler, die sich von einem Steuerberater bei ihrer Erklärung helfen lassen. Bislang galt für sie eine Abgabefrist von zwölf Monaten. Ab 2017 stehen hierfür 14 Monate zur Verfügung. Somit können Steuerzahler, die einen Steuerberater beauftragt haben, beispielsweise die Steuererklärung für das Jahr 2017 bis 28. Februar 2019 bei ihrem Finanzamt einreichen.

Höhere Strafen bei Verspätung


Im Gegenzug für die Fristverlängerung werden die Strafen für eine verspätete Abgabe der Steuererklärung verschärft. Für jeden Monat, den die Steuererklärung zu spät eingeht, wird ab 2018 automatisch ein Zuschlag von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer erhoben, mindestens aber 25 Euro.