Tag des bayerischen Bieres

Warum Helles, Weizen & Co. aus Bayern so beliebt sind

22.04.2015

Bayerns Brauer können mit sich zufrieden sein: Sie erzielten 2014 mit 23 Millionen Hektolitern ein Rekordergebnis bei der Bierproduktion. „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ fragte Vertriebsleiter Jochen Haas von der genossenschaftlichen Brauerei Hutthurm bei Passau, warum Bier aus dem Freistaat so gefragt ist.

Eine Maß Helles, eine der derzeit beliebtesten Biersorten.
Zum Wohl: Eine Maß Helles, die derzeit beliebteste Biersorte.



Profil: Herr Haas, was macht das bayerische Bier so besonders?


Jochen Haas: Traditionelle Rezepturen, reines Quellwasser aus der Region, überwiegend regionale Zutaten, dazu Braumeister, die sich zu Recht so nennen. Bayerisches Bier gilt weltweit als Qualitätsversprechen und rechtfertigt dies auch. Hinzu kommt, dass in Bayern hauptsächlich Helles hergestellt wird, die derzeit angesagteste Biersorte.

Profil: Lag der hohe Konsum im vergan­genen Jahr ausschließlich an der Fuß­ball­Weltmeisterschaft?


Haas: Die WM hat sicher ihren Teil dazu beigetragen, wobei es wahrscheinlich anders ausgese­hen hätte, wenn unsere DFB-­Elf nicht den Titel geholt hätte. Bei Fußball­-Übertragungen un­ter freiem Himmel wird viel Bier getrunken – aber nur, wenn die deutsche Mannschaft beteiligt ist. Ein weiterer Grund ist der Zu­wachs im Export. China ist zum Beispiel ein großer Wachstums­markt, der vermehrt von bayeri­schen Brauereien versorgt wird.

Profil: Insgesamt gibt es in Bayern rund 650 Brauereien. Wie schaffen es lokale Bierproduzenten, sich gegen die großen Braukonzerne durchzusetzen?


Haas: Der Heimatmarkt ist entscheidend für den Erfolg mittelständischer Brauereien. Glücklicherweise ist ein Trend zu beobachten, den man mit dem Slogan „Trinke regional“ beschreiben kann. Themen wie Nachhaltigkeit, regionaler Zusammenhalt und Ökologie spielen hier eine Rolle. Die großen Braukonzerne liefern sich vor allem Aktionsschlachten im Handel und so bekommt man die sogenannten „Fernsehbiere“ heute meist zu einem niedrigeren Preis als die regionaler Marken. Darunter leidet auch die Glaubwürdigkeit der großen Konzerne beim Verbraucher. Denn weshalb sollte man in Bayern bei der großen Auswahl an tollen Bieren regionaler Brauhäuser ein Bier aus Flensburg trinken?

Profil: Alkoholfreie Biere werden zunehmend beliebter. 80 Prozent hiervon sind Weißbiere. Woher kommt diese Dominanz?


Haas: Alkoholfreies Weißbier ist beim Verbraucher mittlerweile als gesunder, isotonischer Durstlöscher anerkannt, besonders nach sportlichen Aktivitäten. Sicherlich hat auch die intensive Werbung großer, nationaler Brauereien für dieses Produkt seinen Anteil daran. Mir persönlich schmeckt alkoholfreies Weißbier auch besser als die untergärigen Sorten. Vielen Konsumenten scheint es ebenfalls so zu gehen.


Das gesamte Interview mit Jochen Haas ist in der April-Ausgabe von "Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt" erschienen.