Telefon-Jingle der VR-Bank Rottal-Inn

Wie ein Warteschleifen-Song zum Kundenliebling wurde

15.09.2017

Eine Telefon-Warteschleife ist wie eine Zahnbehandlung: Da muss man durch. Bei der VR-Bank Rottal-Inn ist das anders: Hier wollen manche Kunden sogar bis zum Ende dran bleiben, bevor sie zu ihrem Bankberater verbunden werden. Vorstand Stefan Sendlinger erklärt, warum das so ist.

Frau mit Telefon im Garten
In der Warteschleife festzuhängen macht in der Regel keinen Spaß. Anders bei der VR-Bank Rottal-Inn: Hier wollen einige Kunden den Telefon-Jingle sogar bis zu Ende hören.

 

Wer in eine Telefon-Warteschleife gerät, kennt das: Oft wird man entweder von einem dudelnden „Für Elise“ unterhalten oder einem sich endlos wiederholenden „Bitte warten, Sie werden gleich verbunden“, unterlegt von uninspiriert plätschernder Musik aus dem Synthesizer.

Die VR-Bank Rottal-Inn macht das anders: Damit die Wartezeit am Telefon möglichst kurzweilig wird, unterhält sie ihre Kunden seit einigen Wochen mit einem Lied, das der niederbayerische Kabarettist Stefan Wählt eigens für die Bank eingesungen hat. In der Region kennt man ihn als Teil des ehemaligen Komiker-Duos „Da Bertl und I“. Vorstand Stefan Sendlinger von der VR-Bank Rottal-Inn berichtet, wie die Zusammenarbeit entstand und wie der Telefonjingle bei den Kunden ankam.


Herr Sendlinger, wie ist das Lied aus der Telefon-Warteschleife Ihrer Bank zustande gekommen?

Stefan Sendlinger:
Trotz großer Bemühungen Kundengespräche direkt zu beantworten, bleibt es manchmal nicht aus, Telefonate für Rückfragen oder Weiterleitungen in die Warteschleife zu stellen. Hier wollten wir die Pausen so kurzweilig und angenehm wie möglich für den Anrufer gestalten. So haben wir uns vor der Fusion zur jetzigen VR-Bank Rottal-Inn Gedanken gemacht, im Namen der Rottaler Volksbank Raiffeisenbank eine Telefonwartemusik einzuführen. Wir wollten aber etwas Individuelles, was einen Wiedererkennungswert schafft. Jetzt haben wir das große Glück, in Eggenfelden zu dieser Zeit ein Kabarett-Duo zu haben, nämlich „Da Bertl und I“. Das sind beide Kunden, die wir persönlich kennen. Die sind auch unseren anderen Kunden von der Stimme her ganz gut bekannt. Und wir haben dem Stefan gesagt: ‚Mach uns eine Warteschleifenmusik, die eingängig und amüsant ist und unsere Werte verkörpert‘.

Hat die Bank dann am Lied mitkomponiert?

Sendlinger:
Wir haben ihm ein paar Stichworte gegeben. Und er hat dann eine Wartemusik nur für unser Haus gemacht. Der Vorteil ist, dass man dann auch keine Gema-Lizenz braucht, weil er die Rechte an dem Stück besitzt. Somit war das auch von der Kostenseite her vertretbar.

Wie haben die Kunden reagiert?

Sendlinger:
Als wir den Jingle auf unserer Warteschleife installiert hatten, waren wir selber überrascht von den Reaktionen unserer Kunden. Die haben dann gesagt: ‚Stopp, Moment mal, ich war noch nicht fertig, setz mich nochmal in die Warteschleife, ich will das noch fertig hören‘. Die Reaktionen waren also unglaublich positiv. Aber mit der Fusion unserer Bank im Herbst letzten Jahres hat der Jingle natürlich nicht mehr gepasst, weil der Text auf die Rottaler Volksbank Raiffeisenbank zugeschnitten war und wir von da an als VR-Bank Rottal-Inn firmierten. Und deshalb haben wir einen neuen gebraucht. Da kam auch von den Kunden die Nachfrage, was mit unserem Jingle passiert ist und dass sie so einen wieder haben wollen.

Wie ging es dann weiter?

Sendlinger:
Wir haben den Stefan dann gebeten, einen neuen zu kreieren und er hat uns dann wieder einen entworfen. Das ist jetzt der Aktuelle. Das Tolle ist: Unsere Kunden im Landkreis und auch von unserem neu fusionierten Haus kennen diese Stimme, die wissen genau, wer das ist, nämlich der Stefan Wählt.

Wie lange soll der Song in der Warteschleife bleiben?

Sendlinger:
Wir haben den nicht mit einer Laufzeit oder einer Halbwertszeit versehen. Irgendwann wird er sich abschleifen oder langweilig werden. Aber wir haben den letzten zwei oder drei Jahre im Einsatz gehabt und so lange planen wir jetzt mindestens. Vor allem weil auch jetzt wieder die Reaktionen absolut positiv sind. Kolleginnen und Kollegen stellen sogar eine spürbar gute Grundstimmung bei den anschließenden Telefonaten fest. Begeisterte Zuhörer sollen auch schon mal aufgrund des Liedes ihr eigentliches Anliegen vergessen haben. Wir wissen zwar um das einheitliche Erscheinungsbild, das wir als genossenschaftliche Finanzgruppe nach außen abgeben sollen. Aber ich glaube, unserem Haus ein bisschen lokalen Touch zu geben, ist etwas, was sehr gut mit unserem Werteverständnis und unserer Historie zu vereinbaren ist.

Wo kommt die Musik überall zum Einsatz?

Sendlinger:
Wir haben sie im gesamten Haus, in allen Telefonanlagen, allen unseren Geschäftsstellen. Das geht ja mittlerweile per Mausklick, das alles zu verbreiten.

Soll irgendwann ein neuer Song kommen?

Sendlinger:
Das liegt an den Reaktionen. Und wenn die weiterhin positiv sind und der Stefan uns da auch weiter unterstützt, dann werden wir sicherlich einen Nachfolger planen. Wir orientieren uns da an den Kunden, denn Telefon ist einer unserer wichtigen Zugangswege. Hier eine sympathische Stimme zum Wiedererkennen drauf zu haben, scheint uns ein ganz wichtiges Medium in der Kommunikation mit unseren Kunden, um Sympathiewerte reinzubringen.


Auf der Webseite der VR-Bank Rottal-Inn gibt es das Lied aus der Telefon-Warteschleife zum Nachhören.