Tierwohl in der Milchviehhaltung fördern und Strukturbrüche vermeiden.

28.03.2018


Die artgerechte Haltung von Nutztieren rückt zunehmend in den Blick der Verbraucher. In ihrem Koalitionsvertrag haben die Berliner Regierungsparteien vereinbart, dass Deutschland Vorreiter beim Tierwohl werden soll. Gleichwohl stehen in Bayern in der Milchviehhaltung etwa 30 Prozent der Kühe in Anbindeställen – überwiegend in bäuerlichen Kleinbetrieben. Vor diesem Hintergrund gilt es nun den Spagat zwischen artgerechter Haltung und der Vermeidung von Strukturbrüchen in der Landwirtschaft zu meistern.

Aus Sicht des GVB werden Laufställe den Anforderungen an das Tierwohl und die Arbeitswirtschaft in der Milchviehhaltung besonders gerecht. Mittelfristig wird sich diese Haltungsform daher flächendeckend etablieren. Ausgehend von der ganzjährigen Anbindehaltung sind Zwischenschritte hin zu einer Verbesserung des Tierwohls zu unternehmen – wie etwa die Weidehaltung oder der Einsatz von Laufhöfen. Als Orientierungshilfe für die Kombinationshaltung können das Schweizer RAUS-Programm („Regelmäßiger AUSlauf im Freien“) oder die Leitlinien bei der Umstellung im Ökobereich dienen.

Ziel ist es, die skizzierten Verbesserungen bis zum Ende der nächsten Dekade möglichst weitgehend zu erreichen. Auf dem Weg dorthin sollten Strukturbrüche vermieden werden. Deshalb sind sozioökonomische und bauliche Aspekte zu berücksichtigen. Zudem ist eine Ausnahmeregelung für Kleinbetriebe zu schaffen. Bei der Umsetzung der Maßnahmen ist zunächst auf Freiwilligkeit zu bauen und vorerst auf rechtlich bindende Vorgaben zu verzichten. Der GVB und die ihm angeschlossenen Molkereien sehen es als erforderlich an, die Umstellung von der ganzjährigen Anbindehaltung hin zu einer Laufstall- bzw. Kombinationshaltung bis zum Ende der nächsten Dekade zu unterstützen. Der Freistaat Bayern ist aufgerufen, diesen Prozess mit verbesserten Fördermaßnahmen zu begleiten.