Tipps für die Urlaubszeit

Genossenschaftliche Ausflugsziele im Freistaat

27.07.2018

Wandern, Kultur, Genuss: Wer Sommerferien in Bayern macht, hat eine unerschöpfliche Auswahl an Möglichkeiten. Auch die Genossenschaften im Freistaat bieten viele attraktive Ausflugsziele. Der GVB zeigt einige davon.

Breitachklamm

Breitachklamm

Ein genossenschaftliches Abenteuer gibt es für die ganze Familie im Landkreis Oberallgäu. Bei Tiefenbach (Gemeinde Oberstdorf) befindet sich die Breitachklamm, eine einhundert Meter tiefe und 1.600 Meter lange Felsspalte. Entstanden ist sie durch das Schmelzwasser der letzten Eiszeit – noch heute fließt der Bergbach Breitach durch die Kluft. Bereits 1904 gründeten Bürger des nahegelegenen Orts Tiefenbach die Breitachklammverein, um den Felsspalt für Touristen zugänglich zu machen. Das eigens errichtete Eingangsgebäude veranschaulicht anhand eines Films und eines Miniaturmodells die Entstehung der Schlucht. Gerade an heißen Sommertagen ist es bei einer Wanderung zwischen den Felsen angenehm kühl.

Freilandmuseum Neusath-Perschen: Die Geschichte der Darlehenskassenvereine

Die historische Rechnerstube in der Raiffeisenhalle des Freilandmuseum Neusath-Perschen.

Eine der Attraktionen im Oberpfälzer Freilandmuseum ist die Raiffeisenhalle. Die einstige Lagerhalle stand früher in Floß nahe Weiden und wurde 1993 nach Neusath-Perschen transportiert. Darin ist die Ausstellung „Geld und Ware - die Geschichte der Darlehenskassenvereine“ beheimatet. Sie zeigt, wie die Raiffeisenbewegung der Landbevölkerung geholfen hat, die Folgen der Industrialisierung zu bewältigen. Multifunktionsbildschirme und Fototapeten lassen den Besucher in die bäuerliche Welt der Oberpfalz vor 120 Jahren eintauchen. Die Rechnerstube im Inneren zeigt zudem, wie genossenschaftliches Wirtschaften damals organisiert wurde.

Giebelhaus eG Bad Hindelang

Giebelhaus Bad HindelangWer eine Wanderung in den Allgäuer Hochalpen plant, sollte einmal im Giebelhaus in Bad Hindelang vorbeischauen. Dort können sich Bergsteiger bei guter Allgäuer Küche von den Strapazen ihrer Tour erholen. Schon 1928 gründeten örtliche Weidebesitzer die Giebelhaus-Genossenschaft, um die Alpwirtschaft im Hintersteiner Tal zu fördern. 1929 wurde dann das Giebelhaus fertiggestellt.

Genossenschaftliche Käsereien


Schaukäserei Ammergauer Alpen eGSchaukäserei Ammergauer Alpen eG

Käseliebhaber kommen im Süden des Freistaats auf ihre Kosten: Die Schaukäserei Ammergauer Alpen zeigt, wie Milch zu Käse wird. Die Besucher können sich die Spezialitäten anschließend im Brotzeitstüberl schmecken lassen oder im Ladengeschäft kaufen und mit nach Hause nehmen. Lohnenswert und gut zu kombinieren ist ein Abstecher zum Brauereimuseum der Klosterbrauerei Ettal. Aktuell findet dort die sehenswerte Bayerische Landesaustellung 2018 mit dem  Motto „Wald, Gebirg, Königstraum – Mythos Bayern“ statt.


Naturkäserei Tegernseer Land

Auch die Naturkäserei Tegernseer Land bietet Führungen zum Thema Käse an. Riechen, schmecken und fühlen ist dabei ein wichtiger Programmpunkt. Das gilt sowohl für die Sonnenterrasse, auf der man sich eine herzhafte Brotzeit schmecken lassen kann, als auch für den Kräutergarten, in dem Besucher alles Wissenswerte zum Thema Würz- und Heilkräuter erfahren können. Die Heumilchprodukte der Käserei gibt es selbstverständlich auch im Laden der Genossenschaft zu kaufen.


Hofmolkerei „Zum Marx“


Ein weiterer genossenschaftlicher Hersteller von Heumilchprodukten ist die Hofmolkerei „Zum Marx“. Der Familienbetrieb erzeugt Bio-Heumilch, die in der hauseigenen Molkerei verarbeitet werden. Dazu gehören verschiedene Joghurt- und Käsesorten. Die Molkerei lädt Interessierte und Feinschmecker ein zum Besuch auf dem Hof am Ortsrand von Obersöchering, im südlichen Teil des Landkreises Weilheim-Schongau.

VR-Walderlebnispfad Parnkofen


Eine Station des VR-Walderlebnispfades Parnkofen.In der Gemeinde Pilsting, auf einem Höhenzug über dem Isartal, liegt der VR-Walderlebnispfad Parnkofen. Er ist ein Projekt der VR-Bank Landau eG, die seit über 70 Jahren im Besitz des dortigen Waldstücks ist. Der Erlebnispfad entstand aus der Idee, mehr Menschen für die Natur zu begeistern und einen Beitrag zur Volksbildung zu leisten. Den Wald mit allen Sinnen zu erleben, steht dabei im Vordergrund, zum Beispiel auf die Geräusche des Waldes zu hören. Auch Kinder kommen an der Spielestation auf ihre Kosten.

Genossenschaftliche Gasthäuser und Brauereien


Wo wird in Bayern Bier von Genossenschaftsbrauereien serviert? Egal ob in Biergärten oder in gemütlichen Wirtsstuben: Von Oberfranken bis Oberbayern gibt es etliche Möglichkeiten ein kühles Helles oder Weißbier und kulinarische Köstlichkeiten zu genießen, wie „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt” jüngst berichtet hat. Hier eine kleine Auswahl.


Altenauer Dorfwirt

Zu einer Stärkung lädt das genossenschaftlich geführte Gasthaus „Altenauer Dorfwirt“ im Oberland ein. Nachdem die traditionsreiche Wirtschaft „Zur Post“ vor über zehn Jahren schloss, haben einige Bürger des oberbayerischen Altenau eine Genossenschaft gegründet, um das alte Wirtshaus zu renovieren. Im Jahr 2014 feierte der „Altenauer Dorfwirt“ nun seine Wiedereröffnung unter neuem Namen – mit Erfolg. Idyllisch gelegen zwischen Kirche und Maibaum, bietet der Altenauer Dorfwirt das perfekte Ambiente zur Stärkung nach einem Ausflug in die Alpen oder an einen der nahegelegenen Seen.


Brauereigenossenschaft Taufkirchen an der Vils

Seit über 30 Jahren gibt es neben der Brauereigenossenschaft in Taufkirchen an der Vils (nicht zu verwechseln mit Taufkirchen bei München) diesen gemütlichen Biergarten. Die Wirtsleute schenken natürlich das Genossenschaftsbier aus: Weißbier und Helles gibt es vom Fass, andere Sorten wie das Dunkle aus der Flasche. Zum Essen kommen typisch bayerische Spezialitäten wie Schweinebraten, Rahmschwammerl oder Obazda auf den Tisch. Wer Taufkirchen außerhalb der warmen Jahreszeit besucht, muss auf das Bier nicht verzichten: Dann öffnet das Bräustüberl in den historischen Gemäuern der Brauerei.


Privat-Brauerei Gut Forsting

Privat-Brauerei Gut Forsting

Wer aus Wasserburg am Inn Richtung München auf der B304 unterwegs ist, kommt durch Forsting, dem Sitz der Privat-Brauerei Gut Forsting eG. Zu trinken gibt es deren Bier direkt nebenan im Brauereigasthof. Die Wirte setzen auf bayerische Gastlichkeit und bodenständige Küche. So gibt es zum Beispiel an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat Ochsenfleischessen. Als Beilage stehen Dampf- oder Bratkartoffeln, Blaukraut und frischer Salat auf der Karte. Und dazu passt natürlich das Genossenschaftsbier.


Genossenschaftliche Vinotheken


Weingenießer haben in Unterfranken die Qual der Wahl: Unzählige Vinotheken betreiben die bayerischen Winzergenossenschaften. Sie laden Besucher zum Probieren, Genießen und Kaufen des Rebensafts ein. Hier eine kleine Auswahl:


Boxbeutel-Hof

Am Fuß des Escherndorfer Lump gründeten 21 Escherndorfer Häcker im Jahre 1913 den Escherndorfer Winzerverein. Dieser erste genossenschaftliche Zusammenschluss wurde später in Winzergenossenschaft Escherndorf umbenannt. Nachdem diese 1970 ihre Eigenständigkeit verlor, nahmen am 5. August 1997 neun Winzer ihren Mut und Unternehmergeist zusammen und gründeten die „Winzergenossenschaft Escherndorf“. In der Astheimer Straße 6, gegenüber der Kirche, richteten sie den Bocksbeutel-Hof ein.

Seit diesem Tag arbeiten die Winzergenossenschaft Nordheim und die Winzergenossenschaft Escherndorf eG sehr erfolgreich in Kooperation zusammen. Die Escherndorfer Weine werden nach gemeinsamen Erzeugerrichtlinien durch die Winzergenossenschaft Nordheim von Kellermeister Ernst Braun ausgebaut und abgefüllt. Hierbei hat die Qualität und Bekömmlichkeit der Weine oberste Priorität. Romantisch an den Steilhängen gelegen, bietet Escherndorf einen optimalen Ausgangspunkt zum Erkunden der Mainschleife. Herrliche Aussichten lassen die Schönheiten der fränkischen Landschaft rund um den Weinbau sichtbar werden.


Winzerkeller SommerachWinzerkeller Sommerach

Die Weine aus dem Sommeracher Katzenkopf verzaubern durch saftige Aromen gelber Früchte, Schmelz und Länge sowie ein mineralisches Rückgrat, welches die Weine langlebig und entwicklungsfähig macht. Dieser Charakter wird sogar 1802 in den „historisch statistischen Beschreibungen des Hochstiftes Würzburg“ attestiert: „...auf dem Lande sind die besten Weine der Escherndorfer, Eivelstädter, Randersackerer, Sommeracher und der berühmte Callmuth.“ Alle diese Weine hätten „diese besondere Eigenschaft, dass sie sich in die Länge halten und mit der Zeit immer besser werden.“ Zu einer ähnlichen Einschätzung kam wenige Jahre früher bereits der Pfarrer Andreas Friedrich 1797 in den „Würzburger öffentlichen Anzeigen“, in denen er eine Klassifizierung der fränkischen Weine hinsichtlich Ihrer Herkunft erstellte. An der Mainschleife attestiert er neben dem Sommeracher Katzenkopf nur dem Escherndorfer und dem Volkacher aus dem Berg die nötige „Stärke“, der es besonders bei langer Lagerung bedarf. Nach Klassifikation des VDP Deutschland ist der Sommeracher Katzenkopf als Erste Lage eingestuft.


Winzergemeinschaft Franken (GWF)

Die Winzergemeinschaft Franken ist ein starkes Team, das im gesamten fränkischen Weinanbaugebiet zu Hause ist. Zwischen Spessart und Steigerwald, Saaletal und Tauberfranken haben sich mittlerweile über 2.200 Winzer auf 1.200 Hektar Rebfläche zu einer Gemeinschaft zusammengefunden, die sich der Qualität, der Tradition und der Innovation verpflichtet. 1959 gegründet, gehört sie zu den sechs größten Winzergenossenschaften Deutschlands. Das milde Klima und die mineralstoffreichen Böden in diesen Regionen sind die besten Voraussetzungen für genussvolle Weine. Das Weinsortiment umfasst alle gängigen Rebsorten. Jede Weinregion, jede Einzellage und jeder Winzer verleihen den Weinen ihre charakteristische Note.