Treffen der EU-Finanzminister

Einlagenschutz nicht leichtfertig aufs Spiel setzen

GVB-Pressemitteilung vom 17. Juni 2016

München – Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) lehnt es ab, den bewährten Einlagenschutz in Deutschland durch ein instabiles europäisches System zu ersetzen. „Wir verfügen über Sicherungsmechanismen, die Einlagen seit neun Jahrzehnten verlässlich schützen. Es wäre verantwortungslos, sie aufzugeben und Sparer und Wirtschaft damit schlechter zu stellen“, macht GVB-Vorstand Jürgen Gros anlässlich des Treffens der EU-Finanzminister heute in Luxemburg klar. Dort stehen unter anderem die umstrittenen Pläne der EU-Kommission für ein europaweites Einlagensicherungssystem (EDIS) auf der Tagesordnung.

Der GVB hält die Brüsseler Vorschläge für falsch und hat wiederholt auf die Gefahren hingewiesen, die aus einer Vergemeinschaftung der Sicherungseinrichtungen resultieren. „Sie zwingt deutsche Banken und Sparer in die Haftung für fremde Risiken und begründet damit eine Transferunion“, sagt Gros. Dies sei umso bedenklicher, als die Risiken in den Bilanzen der europäischen Banken erheblich auseinanderklaffen. So ist der Anteil ausfallgefährdeter Kredite in einigen EU-Staaten um ein Vielfaches höher als in Deutschland. Damit sei vorhersehbar, dass die deutschen Banken früher oder später grenzüberschreitend für marode Institute eintreten müssen. Der GVB unterstützt deshalb Forderungen nach Auswirkungsstudien zu EDIS. Gros: „Wer nicht weiß, wo die Gefahren lauern, kann nicht guten Gewissens über das Teilen von Risiken verhandeln.“