Tricor AG

Mit Wellpappe zum Marktführer

24.03.2014

Die mittelständische Firma Tricor ist mit einem ganz gewöhnlichen Produkt erfolgreich: Wellpappe. Das hat zum einen mit Prozessoptimierung zu tun. Und zum anderen mit der erfolgreichen Zusammenarbeit mit ihrer Hausbank, der Genossenschaftsbank Unterallgäu.

Produktionshalle der Firma Tricor aus Bad WörishofenProduktionshalle der Firma Tricor aus Bad Wörishofen.


Zur Herstellung von Wellpappe sind nur drei Dinge notwendig: Papier, Stärke und Wasserdampf. Das große Geld lässt sich mit einem solchen Low-tech-Produkt nicht verdienen - möchte man meinen. Schon gar nicht in Deutschland, wo Arbeitskraft teuer ist. Die Tricor AG im schwäbischen Bad Wörishofen hat es dennoch geschafft, ein hochprofitables Geschäftsmodell rund um die von ihr produzierten Verpackungsmaterialien aufzubauen. Dass dies so gelingen konnte, ist dem Pioniergeist der Vorstände und den innovativen Ideen der Mitarbeiter zu verdanken. Und ein wenig auch der Hausbank des Mittelständlers, der Genossenschaftsbank Unterallgäu.

Der im Jahr 2013 neu eröffnete Standort in Bad Wörishofen trägt intern die Bezeichnung Hochleistungsproduktionsanlage. Rund 350 Mitarbeiter sind hier tätig. Wobei Maschinen den Großteil der anfallenden Aufgaben erledigen. 85 Millionen Euro hat diese 65.000 Quadratmeter große Hightech-Fabrik gekostet.

Finanzierungsstandbein für Tricor: die Genossenschaftsbank Unterallgäu


Bei der Finanzierung hat auch die Genossenschaftsbank Unterallgäu mitgewirkt, die zu den drei Hausbanken des Unternehmens gehört. „Mir war es wichtig, eine Bank vor Ort zu haben“, sagt der Finanzvorstand des Unternehmens, Robert Wiblishauser, mit Blick auf die seit 2001 bestehende Geschäftsbeziehung zur Kreditgenossenschaft. Denn bei Großbanken wisse man nie so recht, ob nicht irgendwann eine Unternehmensberatung komme und sage, „Firmenkundengeschäft bringt zu wenig Marge“. Ihm sei es daher lieber, verschiedene Bankverbindungen zu haben – bei Häusern mit ausgeprägtem Mittelstandsgeschäft.


Robert Wiblishauser, Finanzvorstand der Tricor AG (Mitte) mit den Vertretern der Genossenschaftsbank Unterallgäu, Vorstandsvorsitzender Manfred Rockenfeller (li.) und Firmenkundenleiter Dionys Fahrenschon (re.).Robert Wiblishauser, Finanzvorstand der Tricor AG (Mitte), mit den Vertretern der Genossenschaftsbank Unterallgäu, Vorstandsvorsitzender Manfred Rockenfeller (li.) und Firmenkundenleiter Dionys Fahrenschon (re.).


Als die Finanzierung des Standorts Bad Wörishofen geplant wurde, informierte Wiblishauser die Genossenschaftsbank Unterallgäu frühzeitig, glaubte allerdings nicht, dass die mittelgroße Bank sich an einem so großvolumigen Kredit beteiligen wollte. „Ich bin aber der Ansicht, dass man seine Bank immer über die geschäftspolitischen Pläne informieren sollte, auch wenn man keinen konkreten Kreditwunsch hat – das gehört zu einer guten Kunde-Bank-Beziehung dazu“, so der Tricor-Vorstand.

Die Genossenschaftsbank war aber sehr wohl interessiert: „Wir brachten dann eine Konsortialfinanzierung gemeinsam mit der DZ Bank ins Spiel“, berichtet Firmenkundenleiter Dionys Fahrenschon. Wiblishauser fand die Idee reizvoll: „Eine neue Bank muss man immer zunächst von seinem Unternehmen überzeugen. In der verbundeigenen Konsortialfinanzierung erledigte das die Genossenschaftsbank Unterallgäu.“ Fahrenschon weiß auch warum: Man kenne das Unternehmen und seine Vorstände schließlich jahrelang und habe das Wachstum der letzten Jahre mitverfolgen können. „Die DZ Bank ließ sich daher nicht lange bitten und beteiligte sich hochprofessionell an der Finanzierung.“ Und so kam es, dass ein genossenschaftliches Konsortium gemeinsam mit den beiden anderen Hausbanken die Mammutinvestition in Bad Wörishofen schulterte.


Luftaufnahme des Standorts der Firma Tricor in Bad Wörishofen.Luftaufnahme des Standorts der Firma Tricor in Bad Wörishofen.


Auch die Region profitiert von Tricor


Der Umsatz des Mittelständlers wuchs in den letzten Jahren beständig: Durchschnittlich um 16,7 Prozent von knapp 40 Millionen Euro Mitte des letzten Jahrzehnts auf heute rund 150 Millionen Euro. In Deutschland ist man damit Marktführer im Bereich Verpackungen aus Schwerwellpappe, also besonders stabile Kartons. „Als Hausbank freut man sich natürlich über einen solchen Firmenkunden, von einem starken Unternehmen profitiert schließlich die ganze Region“, sagt Manfred Rockenfeller, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaftsbank Unterallgäu. So fand zum Beispiel das jüngste Wirtschaftsforum mit den Unterallgäuer Volksbanken und Raiffeisenbanken und Gastredner BVR-Präsident Uwe Fröhlich in den Räumen der Tricor statt. Das habe auch dem Logistikkonzern genützt, wie Wiblishauser bekennt: „In unserem Geschäft lebt man von der Empfehlung anderer – da ist jede Möglichkeit, sich vorzustellen, hochwillkommen.“ Prozessoptimierung – sogar bei Einladungen.