Ungleiche Bilanzrisiken bei Europas Banken

07.03.2016

Die Bilanzrisiken der europäischen Banken unterscheiden sich gewaltig. Das zeigt der Anteil der notleidenden Kredite am gesamten Kreditbestand. Eine gemeinsame EU-Einlagensicherung würde dazu führen, dass über kurz oder lang auch stabile Banken für Verluste aus den Problemkrediten unsolider Geldhäuser haften müssten.

Ungleiche Bilanzrisiken: Strukturelle Unterschiede in den nationalen Bankensystemen (Quelle: EZB). 


Während der Anteil notleidender Kredite in Finnland 1,4 Prozent und in Deutschland 2,5 Prozent beträgt, sind es in Griechenland 34,1 Prozent und in Zypern 45,2 Prozent (siehe Grafik). Würden die Pläne einer EU-Einlagensicherung Realität, käme es im Schadensfall zu einer Umverteilung von Ländern mit einem stabilen Bankensystem hin zu Ländern mit einem instabilen Bankensystem. Es haften also alle Kreditinstitute, nicht allein die Verursacher.

Damit wird ein zentrales ordnungspolitisches Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt: das Prinzip der Eigenverantwortung. Geht bei einem riskanten Geschäftsmodell alles gut, profitiert einer. Klappt es nicht, muss die Gemeinschaft haften. Das ermuntert zu einer überzogenen Risikoneigung und schwächt die Finanzstabilität.

Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken lehnen daher das Vorhaben der Europäischen Kommission für eine gemeinsame EU-Einlagensicherung ab. Der GVB setzt sich entschieden für den bewährten Sparerschutz in Deutschland ein. 

Die Grafik steht als Download zur Verfügung.