Veranstaltung des Wirtschaftsbeirats Bayern

Gros: Warum Bankenregulierung uns längst alle angeht

27.09.2016

GVB-Präsident Jürgen Gros hat anlässlich einer gemeinsamen Veranstaltung des Wirtschaftsbeirats Bayern und der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost in Bad Reichenhall vor den negativen Folgen einer unverhältnismäßigen Bankenregulierung gewarnt.

Vor Vertretern aus Wirtschaft und Politik machte GVB-Präsident Jürgen Gros deutlich, dass die überbordende Regulierung den bayerischen Mittelstand bremst - und zwar in doppelter Hinsicht: Zum einen sei zu befürchten, dass durch höhere Eigenkapitalanforderungen an Kreditinstitute im Rahmen von Basel IV Firmenkundendarlehen verteuert und verknappt werden. Zum anderen würden die Banken durch übermäßige Bürokratie bei der Kreditvergabe belastet. Beispielhaft nannte Gros dafür die Einführung des Kreditregisters „AnaCredit“. Es verpflichtet die Banken dazu, Informationen zu rund 100 Merkmalen je Kredit an die Europäische Zentralbank weiterzureichen.

Damit die mittelständische Wirtschaft im Freistaat mit ihren rund 600.000 Unternehmen weiter wachsen kann, sei es notwendig, Regionalbanken nicht mit Regulierungsanforderungen zu überfrachten, so das Fazit des GVB-Präsidenten. Er verwies auf eine aktuelle Umfrage des Genossenschaftsverbands Bayern unter seinen Mitgliedsinstituten, wonach derzeit jährliche Regulierungskosten bei den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Höhe von 138 Millionen Euro anfallen.

Erfreulich sei, so Gros, dass seitens der Politik erste Schritte zum Umlenken sichtbar seien: Unter dem Schlagwort „Small banking box“ wird derzeit das EU-Regelwerk auf Erleichterungen für kleine Banken überprüft. „Worten müssen jetzt Taten folgen“, forderte Gros. Ziel sei es, die Institute von Vorschriften zu befreien, die einen hohen Aufwand verursachen, aber keinen wesentlichen Beitrag zur Finanzstabilität und anderen Aufsichtszielen leisten.