verico SCE aus Freising

Die Genossenschaft prüft Emissionsberichte und Energiemanagementsysteme von Firmen.


Die Mitgleider der Genossenschaft verico SCE


Für gewöhnlich haben alle bayerischen Genossenschaften eine Gemeinsamkeit. Sie führen das Kürzel eG im Anschluss an ihren Namen. Alle, bis auf eine: Vor wenigen Monaten hat der GVB die erste Europäische Genossenschaft aufgenommen. Die Verico ist eine SCE, eine „Societas Cooperativa Europaea“. Das Rechtsform-Kürzel mag zwar ein anderes sein – die Motive der Verico-Mitglieder sind allerdings die gleichen, die auch so manch anderen Genossenschaftsgründer antreiben.

Was die Verico macht, lässt sich aus ihrem Namen ableiten: Das „co“ steht für „cooperative“, das englische Wort für Genossenschaft. „Veri“ ist die Kurzform von Verifizierung – das Hauptgeschäftsfeld des Unternehmens. Seit 2005 darf eine Firma nur die Menge Treibhausgase ausstoßen, für die sie Emissionszertifikate zugeteilt bekommen oder erworben hat. Damit die Unternehmen sich nicht umweltfreundlicher rechnen, als sie sind, werden die jährlichen Emissionsberichte von einer unabhängigen Instanz überprüft – und genau das besorgen die Verico-Mitglieder.

Zu einer Genossenschaft haben sie sich zusammengeschlossen, um auf regulatorische Änderungen zu reagieren. Seit Anfang des Jahres begünstigt der Markt Verifizierungen durch Unternehmen, die eine bestimmte EU-weite Akkreditierung besitzen – die natürlich Geld kostet. Davor waren es zumindest in Deutschland überwiegend freiberuflich tätige IHK-Sachverständige oder Umweltgutachter, die Unternehmensberichte bewerteten.

Die Verico hat für ihre Mitglieder eine solche EU-Akkreditierung beantragt. „Wir werden zu den Ersten gehören, die demnächst diese Zulassung erhalten“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Werner Betzenbichler. „Als Genossenschaft können wir unseren Wettbewerbern besser die Stirn bieten als ein auf sich allein gestellter Ingenieur.“

Die zehn Mitglieder des Unternehmens mit Sitz in Freising sind freiberuflich Tätige, kleine GmbHs sowie eine Genossenschaft, in der sich selbstständige Ingenieure zusammengeschlossen haben – die Mplan eG aus München. Warum aber die Europäische Genossenschaft? Für die SCE habe man sich bewusst entschieden, um den europäischen Anspruch der Verico zu untermauern, so Betzenbichler: „Unsere Mitglieder sind in der gesamten EU tätig und kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus England oder Belgien.“ Mit weiteren Interessenten aus den Niederlanden, Österreich und Estland stehe man bereits in Kontakt. Und mit der Zertifizierung von Energiemanagementsystemen werde bereits ein neues Geschäftsfeld europaweit in Angriff genommen.