Wald-Dienst-Leistung eG

Mit dem GPS durch den Wald

26.01.2018

Eine neu gegründete Oberallgäuer Genossenschaft versteht sich als Partner der Waldbesitzer. Neben dem Holzein- und -verkauf gehört auch ein umfangreiches forstliches Dienstleistungspaket zu ihrem Angebot.

Grenzsteinfindung bei der Wald-Dienst-Leistung eGBernhard Vollmar (Mitte), Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Kempten und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Wald-Dienst-Leistung eG, berät zwei Waldbesitzer bei einer Grenzsteinfindung.

Die Wald-Dienst-Leistung eG unterstützt die Waldbesitzer im nördlichen Oberallgäu. So bündelt sie den Ein- und Verkauf von Rundholz und erzielt dadurch bessere Preise für ihre Kunden. Zudem erstellt sie Gutachten für Waldbesitzer, um den Wert ihres Bestands zu ermitteln. Hilfe bietet die Genossenschaft auch bei der Flurstückssuche: Grenzsteine markieren die Eckpunkte des Waldbesitzes. Sie stecken meist ebenerdig im Waldboden. Nicht selten sind sie so zugewuchert, dass sie nicht zu sehen sind. Mit einem GPS-Gerät kann die Genossenschaft die Grenzsteine aufspüren.


Die Wald-Dienst-Leistung eG ging als Kleinstgenossenschaft mit aktuell fünf Mitgliedern aus der Waldbesitzervereinigung Kempten e.V. (wbv) hervor. Da die Unternehmensform eG qua Satzung flexibler ist als der eingetragene Verein, können jetzt auch Nichtmitglieder die Dienste rund ums Holz in Anspruch nehmen – über die Genossenschaft. Über einen Geschäftsbesorgungsvertrag wird die Geschäftsbeziehung zwischen eG und e.V. geregelt.

Mit der Genossenschaftsgründung reagieren die Initiatoren auf den Strukturwandel in der Waldwirtschaft: Immer mehr Landwirte geben ihre Höfe auf – und verkaufen damit auch ihren Wald. Meist geht der Bestand dann auf mehrere Eigentümer über. „Der Waldbesitz wird dadurch kleinteiliger und urbaner“, weiß Bernhard Vollmar, Geschäftsführer der wbv Kempten und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Wald-Dienst-Leistung eG. Den neuen Waldbesitzern hilft die Genossenschaft beim Bezug von Pflanzenmaterial, bei Baumkontrollen, bei der Verkehrssicherungspflicht und beim Holzverkauf.

„Die Gründung der Kleinstgenossenschaft ist nur der Anfang“, erzählt Vollmar, der selbst Förster ist. Denn die Vorstände verfolgen langfristig das Ziel, das Holzgeschäft der Waldbesitzervereinigung von einem eingetragenen Verein in eine Genossenschaft zu überführen. „Das hat auch Haftungsgründe“, so Vollmar. Aktuell hat die wbv 1.500 Mitglieder mit insgesamt 6.500 Hektar Waldfläche. Sie erzielt im Jahr rund 2 Millionen Euro Umsatz. „Und bei einem Verein haftet der Vorstand zu 100 Prozent“, erklärt Vollmar. Da stoße der Verein an seine Grenzen. Andere Waldbesitzervereinigungen in einer ähnlichen Situation gründeten dann meist eine GmbH. „Wir wollen jetzt aber unsere Erfahrung mit der eG nutzen – und flexibel genug ist die Rechtsform hierfür ja.“